. - Der ganze
Nachmittag und Abend ging vergnügt vorüber. -
    Die Bogenschen Schwestern wollten niemals mehr, als die Anschaffung eines
Tee, Kaffee, einer Limonade, oder eines Obstes bei sich erlauben, und sie haben
Recht. Bei ihrer einzigen Magd und erlebten Jahren wäre es zu unruhig - »und
dann,« sagte Karolina Bogen, »verlöhr ich den größten Wert meines Hauses,
worin junge Leute lernen sollen, oft ohne Essen und Naschen, bloß durch
nützliche, muntere Gespräche und anständigen Zeitvertreib, einige glückliche
Stunden hinzubringen. -- Was anderswo geschieht, geht uns nichts an. - Aber bei
uns ändern wir nicht.« --
    Es wär auch Jammer und Schade, Mariane, denn die Zeit in diesem Saal geht
herrlich vorbei, und die Schwestern sind wir sehr ehrwürdig. - Wenn jemand Trost
braucht, Rat, und Gelegenheit einen Freund zu finden, eine Aussöhnung zu
veranstalten: so geht man zu Bogens. - Söhne und Töchter suchen ihre Vorsprache
bei den Eltern. Sie warnen die jungen Leute, machen sie ihre Pflichten lieben
und erhalten dabei in ihnen einen vaterländischen Geist und Sitte, das mich
etwas sehr Wohltätiges dünkt. Die Mädchen bleiben auch durch sie auf dem
Mittelwege der Moden und äffen nicht so gleich alles nach, sondern nur, was
ihnen recht wohl steht; - und das ist billig. Denn so lange wir keine
Nationaltracht haben, müssen wir wohl den Abänderungen folgen, die in der
französischen Kleidung, nicht allein von den Leichtsinn dieser Nation, sondern
auch von ihrer politischen Vorsorge für den Fortgang ihrer Fabriken herrührt. -
Mode - ist bei ihnen Grundlage des Wohls von vielen Tausenden geworden; Mode -
die Triebfeder zu Anstrengung des Geistes in tausendfachen Erfindungen und
Arbeiten; und noch, mein Schatz, dünkt es mich der Frage wert zu sein, ob man
nicht auch das Vergnügen mit berechnen soll, das so viele tausend Menschen
haben, nach der Mode gekleidet zu sein. - Kleider müssen wir haben. Wenn wir nun
mit dem Bedürfnis Freude verbinden können: warum sollen wir es nicht tun? - -
    Sehen Sie, das war ein Stück, so ich zur Unterredung lieferte und man war
damit zufrieden. Man tadelte nur die wenige Solidität, welche alle die schönen
Modesachen haben. Da kamen die Gedanken, dass artig und gründlich nicht zusammen
tauge - Aber artig und leicht, schön und gründlich, - dies Aussuchen und
Gegeneinanderhalten des Werts und der Schicklichkeit der Ausdrücke, nahm einen
guten Teil Zeit hin. - Man sprach noch von der Malerei, und die Franzosen
wurden auch des Leichtsinns beschuldigt, dass sie die Pastellgemählde so hoch
schätzten, die gar keine Dauer hätten. - Der Schade wäre aber auch leicht
ersetzt, sagte jemand,
