 Wasser, die faul werden.
Ich will es, wie ich schon oft getan, kürzen, wenn auch der Zusammenhang dabei
ein paar Grane einbüsst. Ein akademischer Lehrer muss, wenn er seine Kenntnisse
gut verzinsen will, marktschreien und durch eine Universalpille die Leute an
seine Bude locken. Die meisten haben ein Arcanum, ein Mysterium, das sie
empfiehlt, wovon sie zwei Dritteile alle halbe Jahre für sechs bis acht Taler
schwer Geld verhandeln, ein Dritteil behalten sie noch zurück. Man erfährt also
das Ganze nicht eher, als bis es im Druck erscheint, und siehe da! kein Mensch
findet das, was der Professor fand. Es ist ein gewöhnliches Kompendium.
    Weiß ein Professor nur einerlei, ist er ein Pedant. Seine Wissenschaft ist
der Despot, der über ihn herrscht. Weiß er (und dies ist gemeinhin der Fall,
weil er mit seinen Herren Amtsbrüdern oft eine Lanze brechen muss) mehr, ist's
bloß so so. Das wenigste ist Wissenschaft, was wir haben, das meiste ist
Mutmaßung, Weg, den man gehen muss, um zur Wissenschaft zu gelangen. Es geht mit
den Wissenschaften wie mit der Liebe: die verstohlne ist die angenehmste. Das
Handwerk wird einem jeden so geläufig, dass er auf keine Erfindung kommen kann?
Per aspera ad astra. Würden die Professores bloß von regierenden Herren bezahlt
werden, so dürften die Wissenschaften zwar gewinnen, allein die Lehrlinge würden
alles verlieren. Wie die Nonne den Psalter singt, würde gelesen werden. Die
Lehrer würden nur auf das denken, was gedruckt werden soll. Jetzt aber die
Metaphysik für wenige Taler kaufen, ist unschicklich. Ein Professor, der ein
Autor ist, - und wer ist nicht beides? - hält es nicht der Mühe wert, junge
Leute zu unterrichten. Die Welt ist sein Auditorium, und da sitzen Kaiser,
Könige, Fürsten u.s.w. auf den Bänken. Ein Autor ist ein so stolzes Ding, dass er
mit dem ganzen menschlichen Geschlechte spricht.
    Ein Professor spickt (lardirt) seinen Vortrag. Er ist oft gezwungen, über
gesunde Speisen ungesunde und unschmackhafte Brühen zu gießen.
    Und dem akademischen Jüngling! was legt sich nicht in den Weg, ihn zu
stören! Da ist ein Ständchen zu bringen; da kommt ein Landsmann; da hat er sich
zu schlagen; da dem Professor, der die Privilegien schmälern will, die Fenster
einzuschlagen. - Die Freiheit ist ihm der Weg zur Ungezogenheit. Seine Mitbrüder
ersticken bei ihm den Trieb, sich empor zu arbeiten. Will er ein ehrlicher
Landsmann sein, muss er, wie der Haufen, nichts lernen. Es sind kleine Höfe auf
den deutschen hohen Schulen errichtet; der Prinz, der Reichsgraf
