 versteht sich nicht über den
Umstand, ob es ehegestern gefroren oder nicht? Und über diesen und jenen
Schnack, den Herr v. W - anders und Hermann anders gehört haben.
    Bei unsern jetzigen Verfassungen sieht man offenbar ein, wie nützlich und
selig es sei, gewissen Dingen ein Ansehen beizulegen, sie zu Würden und Ehren zu
bringen und sie dabei zu erhalten. Ebenso sieht man auch ein, wie wenig die
Sache sich von selbst zur Strenge, zum Ernst berechtige, und was ist zu tun?
Man würzt gesundes Essen, man hängt sich einen langen schwarzseidenen oder
wollenen Mantel, eine Reverende um die Schultern, man teilt Stock und Degen
aus. Der Mensch ist von seiner Unwichtigkeit, sobald er sich ins rechte Licht
stellt, vollständig überzeugt, und dies bringt ihn zum Luftigen, obgleich es
noch eine zum Streit auszusetzende Frage wäre: ob der Mensch zur Lustigkeit
geboren sei? Das Klügste, was ein unwichtiger Mensch anfangen kann, ist lustig
sein. Das sehen wir an unsern Alltagseinfälligsten. Die einzige Rolle, die der
Mittelmässigkeit angemessen ist, ist fröhlich und guter Dinge sein. Seht euch um!
Alle mittelmäßige Leute sind es von Herzensgrunde. Sie haben nicht umsonst
Verstand. Wer kann nicht Vögel leiden, die lustigen Tierchen auf Gottes
Erdboden? Der Professor Großvater erzählte, einen Tauben gekannt zu haben, der
sich Vögel gehalten bloß des Springens wegen!
    - Meine Mutter würde freilich das Singen vom Springen nicht scheiden, da es
die Natur zusammengefügt hat; was konnte aber der Taube dafür, dass seine Ohren
verschlossen waren?
    Man lasse die Menschen bei ihrer Lustigkeit, der ersten Tränen unbeschadet,
womit wir alle das Taufwasser verstärkt haben und des ältesten biblischen Buchs
unerachtet, welches ein Trauerspiel ist. - Liessen sich doch die Stoiker selbst
zu öffentlichen Bedienungen brauchen, da gibt's genug zu lachen. Und Epikur! war
er nicht ein allerliebster Weiser? Warum sollten wir den Menschen nicht
zugestehen zu hüpfen, wenn sie nur nicht luftspringen; und ihr grundgelehrte
Herren selbst, die ihr darauf bedacht seid, alles trocken zu sagen, allem ein
Ansehen beizulegen, ein gewisses Ceremoniel einzuführen, wobei sich jeder gerade
halten, ein steifes Kleid anlegen und im bloßen Kopfe gehen muss - wenn ihr doch
den Versuch machen möchtet, auf alle diese steife Etikette Verzicht zu tun.
Sagt eure Wahrheiten immerhin trocken, gebt uns kalte Küche, nur schreibt uns
die Bratenkur nicht vor, wenn wir gesund sind. Tut nicht so ernstaft, wo zu
lachen ist. Hängt euch nicht eine Reverende von Worten um, wo es auf Sachen
ankommt. Ich weiß, Kleider machen Leute, allein nicht unter Männern, denen das
Denken obliegt. Warum das ermüdende Ceremoniel, das, sobald
