 voraus. Die
Schrift spricht: der Herr lacht ihrer, ich glaube gar Pastor, es wäre nicht
übel, auf der Kanzel selbst so ein Fuchswörtchen zu verlieren.
VATER. Dazu gehört mehr Geschicklichkeit, als ich praktisch glaube.
HERR v. G. Freilich muss es nicht der Herr Pastor G - sein - die verdammte
Traurede!
Als Adam hackt' und Eva spann,
Ei, wo war da der Edelmann?
Meine Frau kann, ohne Lebensbalsam in der Hand, daran nicht denken. - Ist's also
nicht auf der Kanzel, so doch, wenn man herunter kommt - die ganze Natur lacht.
VATER. Nur nicht laut.
HERR v. G. Das kann doch aber zuweilen der Lehnsherr der Natur, um sich hören zu
lassen.
VATER. Ich glaub' es selbst - und gute Menschen finden, dass, wenn sie fröhlich
sind, alles um sie herum froh ist. Der Mensch lacht, wenn andere lachen, und oft
noch lauter, als der, so den Ton angab. Die Traurigkeit des andern rührt; allein
mit Schluchzen und großen oder Platztränen können wir nicht dienen. Die
Mitfreude, das Mitleid beweist, dass wir alle einen Gott und Vater haben, und
alles, was Augen hat, kann sympatisieren.
HERR v. G. Jeden Menschen aber, lieber Pastor, kleidet das Lachen nicht; ich
glaub', es gehört dazu, wie zu allem, Uniform, was ordentlich sein soll. Einem
kleinen dicken Mann steht's herrlich - das sollten sich die Luftspieler merken,
und keinen langen, groß gewachsenen Menschen Possen reißen lassen.
VATER. Man freut sich, dass der kleine dicke Mann eben wegen seines lustigen
Wesens so dick und fett geworden. Ein groß gewachsener Mann ist schon zum
Beschatten, zum Anlehnen geboren; es ist eine Stange, an die sich der Feigenbaum
und die Bohne schmiegt und ranket.
HERR v. G. Vernünftig lachen ist schwer.
VATER. Mich dünkt, vernünftig weinen noch schwerer. Vielleicht kann es jeder
Mensch, wenn er gleich seine siebzig erreicht, nur zweimal in seinem ganzen
Leben; wenigstens hat der fürs menschliche Geschlecht ein größer Verdienst, der
es zu lachen macht, als der Tränen presst; indessen ist viel beim Lachen zu
erinnern. Es entsteht aus einem Widerspruch. Man lacht, wenn jemand fällt, und
sich nicht Schaden tut; besonders lachen dann gemeine Leute, die nicht feinere
Widersprüche begreifen können. Man lacht über Kleidung, wenn Eitelkeit und nicht
Armseligkeit zu sehen ist. Wenn jemand, der aufziehen will, wieder aufgezogen
wird, und den Kürzern zieht, so, dass ihm zum Nachteil der Vorhang fällt,
klatscht alles in die Hände. Ist's
