
Wenn dir's wohl geht, denke, dass dir's übel gehen könne, und wenn dir's übel
geht, denke, dass dir's wieder wohl gehen könne.
Auf Regen folgt klare Zeit;
Auf Leid die frohe Ewigkeit.
                                     * * *
Ich weiß, wen Gott will herrlich zieren,
Und über Sonn' und Sterne führen,
Den führt er zuvor herab.
Das Lied:
Warum betrübst du dich, mein Herz,
Bekümmerst dich und trägest Schmerz,
hat viele von übler Laune, von der Unzufriedenheit und der Schwermut geheilt,
und wenn dein Herz nicht verdorben ist, wenn du kein böses Gewissen hast, wirst
du auch geheilt werden. Hast du ein böses Gewissen, so schlägt keine
Seelenmedicin, kein Lied an. Beim siebenten Vers erinnere dich der Leiden, die
deine Mutter des Namens Alexander wegen erduldet hat.
                                     V. 7.
Des Daniels Gott nicht vergaß,
Da er unter den Löwen saß.
Seinen Engel sandt' er ihm,
Und ließ ihm Speise bringen gut,
Durch seinen Diener Habakuk.
Der zwölfte Vers aus diesem Herzensliede ist ein Universalmittel.
                                     V. 12.
Alles was ist auf dieser Welt,
Das Seel' und Leib gefesselt hält;
Reichtum und zeitlich Gut,
Das währt nur eine kleine Zeit
Und hilft doch nichts zur Seligkeit.
Traue deinem Feinde, wenn er sich gleich mit dir versöhnt, so wenig, als ein
Leiter seinem Bären. Leide keinen Schmeichler, wie der Cypressenbaum keine
Würmer leidet. Ein frommes Kind ist besser denn hundert, die den Herrn nicht
fürchten, und es ist besser ohne Kinder sterben, als gottlose Kinder haben. Wer
satt ist, wird wieder hungrig, wer des Morgens ausgeschnarcht hat, geht des
Abends wieder zu Bette. Ein Reicher kann arm werden. Des Ungerechten Söhne
wurzeln nicht, und seine Töchter sind Feigenbäume ohne Frucht. Kinder ziehen
heißt gerade oder ungerade spielen. Erziehen heißt ein Fundament legen, wo unter
der Erde gearbeitet wird und nichts zu sehen ist. Ein gut gezogenes Kind ist
eine Rechnung ohne Probe. Der Jüngling muss beweisen wie die Zucht war. Lege dein
Almosen nicht besonders, denn es segnet dein anderes Geld, dass es dir gedeihe
für und für. Kleiner Topf, kleine Stürze; großer Vogel, großes Nest. Gesunder
Leib ist besser denn eine Tonne Goldes. Die Sonne geht auf mit Hitze, und das
Gras welkt und die Blume fällt ab: so verwüstet ein Reicher, wenn er
verschwendet, sich, seinen armen Nachbar und desgleichen. Sausen und Brausen
macht siech, und was hilft ein güldener Galgen, wenn man hängen soll. Was ist
ein schön Gericht für einen Kranken, dem schon der Geruch Blähungen macht? Der
Tod ist
