 ablegten! Du musst
auf eine Universität, das hast du mir bewiesen, also gehe hin. - Ich werde dir
noch viel, viel mitgeben, dass du dich meiner erinnern kannst! - Du armer Junge!
ich behalte doch mehr zurück. Dein Vater hat deine Finger, als wenn ich sie
sehe. Wie werd' ich danach blicken, selbst wenn er mir die Hand beim
Beichtstuhle auflegen wird, selbst da werd' ich an deine Hand denken. Das ist
keine neue Sünde! Was behalt' ich nicht noch mehr! Alle die Örter, wo du
gingst, wo du kamst. Wo Alexander siegte, wo ich deine Gefangene war, wo unsere
Augen einen Bund machten; den Altar, wo wir getraut wurden; den Ort, wo wir
Konzert hielten; wo du oft, oft mich zusammennahmst und küsstest, und wo ich dir
durch einen bescheidenen Kuss für deinen heftigen dankte; wo wir uns freueten,
dass es Frühling war, und das erste Veilchen, die erste gelbe Blume, den ersten
Schmetterling bewillkommten. Der Ort, wo dein Vater uns überfiel, lieber Junge!
- ich glaube noch immer, du magst mir so viel sagen als du willst, der hat viel
zu deiner Abreise beigetragen. - Der Tod sucht Ursach. Gott sei Dank! noch fünf
Monat. - Was wimm're ich Törin! du gehst hin, um beständig bei mir zu sein, um
Stroh zum Nestlein für uns zu holen. - Flieg denn aus, find bald dein Stroh, und
denk, dass deine Sie auf dich wie eine von den klugen Jungfrauen wartet. Schick'
mir dann und wann eine Taube mit einem Oelzweig. Wir müssen noch verabreden, wie
wir's mit den Briefen halten wollen! - ich kann dir nicht sagen, wie mir ist! -
So sind wir Menschen! Wer stirbt gern, wenn er gleich weiß, dass er dadurch zum
ewigen Leben kommen soll? - Das Letzte ist gewiss. Leute, die recht sehr fromm
sind, müssten hier schon wie dort sein. Sie studieren die himmlische Geographie,
und sind im Himmel so, wie ich in Gedanken auf all' den Universitäten sein
werde, wo du wirklich sein wirst. - Wer stirbt aber gern? Wer? Warum ich
eigentlich an dich schreibe, hab' ich dir noch nicht gesagt. Ich habe meine
Mutter vor dir nicht sehen können; ich will sie unsere Mutter nennen, meinen
Vater aber nie, nie unsern Vater. Der meinige ist er, weil's Gott hat haben
wollen; warum sollst du dich aber mit ihm beschweren? Gott verzeihe mir's! wenn
ich hiedurch dem vierten Gebote zu nahe trete - du hast mich
