 das von der Sonne ganz
verbrannt ist, mit ein paar Narben, eine auf der Stirn, und die andre unten am
Kinn; und doch sieht er freundlich aus, und hat gar nichts so raues an sich,
wie man sonst von den Soldaten sagt. Er spricht ganz fremd, und das steht ihm
recht gut. Ich hör ihm gar zu gern zu, wenn er vom Krieg erzält, und von seinem
König. Um den Krieg muss es eine schröckliche Sache sein, weit fürchterlicher,
als wirs uns vorstellten da wir als Kinder mit einander Krieg spielten. Er kann
von Wunder nicht genug erzählen, was die armen Bauern ausstehn, wo der Krieg ist;
und wie's aus dem Wahlplatz und in den Lazareten aussieht! Die Tränen stehen
ihm oft selbst dabei in den Augen. Wenn ich König oder Kayser wäre, so würd ich
viel auf den Frieden halten. Vom König in Preußen erzält er uns viel Gutes;
mehr, als man hier zu Land sagen darf. Am liebsten hör ich ihm zu, wenn er uns
von seiner Braut erzält, die weit von hier weg sein soll. Er muss sie recht lieb
haben, denn er ist immer so bewegt, wenn er von ihr spricht. Sie soll ausehn,
wie ich; aber ich glaub, er sagt nur so; denn er weiß, dass ichs gerne höre. Von
Büchern ist er ein großer Liebhaber. Als er neulich hörte, dass ich gern was
schönes lese, brachte er mir gleich darauf drei Bücher mit. Eins heißt: Gellerts
Fabeln, es liesst sich gut darin, weil alles so leicht und fasslich ist, und
weils der Mann, ders geschrieben hat, recht gut mit einem meint. Das andre Buch
ist schon höher geschrieben, und heißt Rabeners Satyren; es sollen mehr Bände
sein; in dem, den ich habe, stehen lauter Briefe, die recht lustig zu lesen
sind; oft steckt viel dahinter, und die meisten sind so recht natürlich. Das
dritte Buch soll weit schwerer zu verstehen sein, aber dafür soll auch desto
mehr drinnen stehen; der Herr Hauptmann rühmts gar ungemein, und nennts ein Buch
aller Bücher, das ihn besonders im Krieg recht erbaut habe. Es heißt der
Messias, und ist in ganz besonderen Versen geschrieben. Ich hab den Mann wieder
vergessen, ders geschrieben hat, und noch fortsetzt; er hat einen sonderbaren
Namen. Weil das Buch schwer ist, und so schön sein soll, will ich lieber bis
gegen den Winter warten, da ich mehr Zeit zum Lesen und zum Nachdenken habe,
denn ich lese gern was ernsthaftes, aber da muss mich dann auch nichts
zerstreuen. Der Herr Hauptmann ist gar gut, und sagt
