. Die Klosterherren sind selten
gute Freunde von uns, ob sie uns gleich das Geld für's Messlesen hundertmal
wegschnappen; und da könnt mirs nur übel ausgelegt werden, wenn ich ihm davon
abriete. Ich möchte gern das Bischen Jahre, das ich noch zu leben habe, im
Frieden hinbringen, dass man nicht nach meinem Tode sagte, ich habe mich mit
niemand vertragen können. Werd er nur ein frommer Mann, dann ists einerlei, wie
sein Kopf geschoren ist, halb oder ganz! Und er kann sich ja auf der Universität
immer noch besinnen, welche Weihe er annehmen will? Es gibt im Kloster brave
Leute, Jungfer, wie bei uns, und auch schlimme. Wenn er sich nur in die Regel
schicken kann, das ist das Hauptwerk, und da muss er sich am meisten drüber
prüfen! - - Da hab ich eben eine traurige Nachricht gekriegt. Mein Bruder in
Burgau ist gestorben, und hinterlässt sechs vater- und mutterlose Waisen. Ich
habs zwar schon immer im Sinn gehabt, dass ich für sie sorgen will; und das
Bischen Vermögen, was ich von meinem Einkommen zurückgelegt habe, fällt ihnen
zu; aber was hilft Kindern Geld und Gut, wenns an der Erziehung fehlt? Man weis
schon, wie's bei fremden Leuten geht. Nun, nun, Gott wird sich ihrer auch
annehmen; er ist doch der rechte Vater. Nun ist niemand mehr von uns übrig; wir
waren fünf Geschwister, und sind alle weggestorben, bis an mich, ob ich gleich
immer der schwächlichste unter ihnen war. Aber hätt ich auch nicht so ordentlich
und mäßig gelebt, ich wäre längst nicht mehr da. Kinder! ich sag immer: Ordnung,
und Mäßigkeit ist die beste Arzenei! Lasst euch das zur Regel dienen, und ihr
werdet mit Freuden alt. So hat man sich nichts vorzuwerfen, wenn der Tod kommt.
Ich habs Gottlob! bei meinen Bauern auch so weit gebracht, dass man selten einen
aus meinem Dorf betrunken sieht, und Sonn- und Feiertags beim Wirtshaus
vorbeigehen kann, ohne das ärgerliche Gejuchz zu hören. - - Ist der Kaffee schon
fertig, Susanne? Nun, meine Kinder, lassts Euch belieben! Zu meiner Zeit war das
freilich auch nicht; Aber, andern Leuten zu gefallen, muss man schon so etwas mit
machen. Nur immer mäßig! sag ich, und zu seiner Zeit! Das hat mir immer am
Klosterleben wohl gefallen, dass da alles so ordentlich hergeht. Wenn nur alle
folgen wollten! - - Tabak rauchen tut er wohl noch nicht, Xaver? Es ist auch
nicht nötig; fang ers nur nicht an! Im Kloster muss ers doch wieder aufgeben. Ich
wär nie dazugekommen
