 kein Pfaff nichts nutz. Einer ist immer
ein ärgrer Schelm, als der andre. Sie haben mich auch 'nmal gehabt; da in
Augspurg drüben, die Jesuiten, die verfluchten Schleicher! Da sollt ich ein
Gelehrter werden, so 'n Stubenhocker! Aber, ghorsamer Diener! Ich nahm bald den
Reissaus, und ließ ihnen's Nachsehen. Beim Element, wenn man d' Pfaffen machen
ließ, sie zögen uns noch d' Haut über d' Ohren runter! Aber ich habs brav kriegt
im letzten Krieg! Da, wenn wir in ein Kloster kamen; wie der Blitz, war alles
rein weg! - Und, in den Nonnenklöstern? - O, da denk ich, wird man noch eine
Zeitlang an uns denken. Uh, wenn ich so eine Nonne kriegt,! 's Maul wässert mir
noch. - Aber, Jung, ich bitt dich um alles in der Welt willen, wie bist du auf
den rasenden Einfall kommen? Hast so herrliche Gaben, und willt sie all in ein'
abgeschabte Kutt 'nein stecken - Sapperment! Ein Jäger ist doch ein andres Ding!
Nicht wahr, Fritz? Du hältsts auch mit mir? Red ihm's doch aus!
    Kronhelm. Ich glaube wohl, Papa, dass er was bessers werden könnte; aber ein
Geistlicher kann doch auch ein ehrlicher Mann bleiben, wenn ers vorher ist.
    Veit. 'S ist erlogen, sag ich! habs schon vorhin g'sagt, keiner ist nichts
nutz! Da schimpfen sie dir auf den alten Nimrod, bloß weil er ein stattlicher
Jäger war. Und auf uns poltern sie auch von der Kanzel runter. Ich denk oft, ich
könns nicht aushalten, und muss 'naus schießen. Die Teufelskerl tun mir
jährlich um mehr, als hundert Gulden Schaden. Da, wenn ein Wilderer 's Hochwild
aus'm Forst wegschiesst, da kaufen sie's ihm ab; - dass du die Kränk! - Ja,
Siegwart, du bist sonst ein ehrlicher Kerl; aber zwei Hauptmängel hab ich an dir
auszusetzen; dass du nicht adelich bist, und ein Pfaff werden willt. Weiß warlich
nicht, welches schlimmer ist?
    Indem ließ sich Herr von Silberling anmelden, der, aus außerordentlicher
Entschlossenheit diesmal bei regnichtem Wetter einen Ausritt gewagt hatte.
Eigentlich wollte er erforschen, wie Kronhelm vom Fräulein von Stellmann denke?
Denn er war sehr furchtsam, und wäre nicht gern mit ihm in Verhältnisse
gekommen, von denen seine Furchtsamkeit Verdrießlichkeiten für ihn voraus sah. -
Lass ihn 'rauf kommen, sagte Veit zum Bedienten, der ihn anmeldete, was macht er
denn viel Umstände? Kronhelm und Sibylle gingen ihm entgegen. - Ihr Diener,
