 ganz besonders; und Sie mäßigen sich noch dazu gar
nicht in Worten - lassen Sie doch die Leute die Sache ausmachen, die Sache geht
mich ja gar nichts an; und darf ich fragen, wie Sie dazu kommen, daran
teilzunehmen?«
    »Wie? Herr, weil der Mann mein Freund ist.«
    »Ah pardi, das ist eine andere Sache. Ich habe nicht gewusst, dass Sie unter
Leuten solcher Art auch Freunde hätten.«
    »Ja, Herr! Ich schäme mich nicht, eines ehrlichen Mannes Freund zu sein, und
scheue mich nicht, jeden Schurken zur Rede zu setzen, der ihm ungestraft unrecht
tun will.«
    »Ich bin ganz betroffen, Herr Major; da ich gar nicht die Ehre habe, Sie zu
kennen, kommen Sie in meine Wohnung und sagen mir voll Ungestüm Dinge vor, die -
ich weiß gar nicht ... Was verlangen Sie denn, das ich dem Manne und dem Mädchen
tun soll?«
    »Herr! Genugtuung sollen Sie beiden geben, und ... Doch durch welche
Genugtuung können Sie ein so schimpfliches Verfahren wiedergutmachen!« Er schlug
sich mit der Hand vor die Stirn.
    »Sie sehen also selbst, Herr Major, dass ich bei der Sache nichts weiter tun
kann, und wenn mein homme de chambre das Mädchen heiratet und ich ihr, in
Ansehung seiner, ein Heiratsgut gebe ...«
    »Nein, Herr, mir sollen Sie Genugtuung geben, weil Sie ein Schurke sind und
sich unterstehen, mit mir unter einem Dache zu wohnen!« Und hiermit zog er den
Degen.
    »Herr Major, hören Sie doch vernünftige ...«
    »Herr! Zieh Er, oder, straf mich Gott!, ich will Ihm zeigen, dass Er nicht
wert ist, einen Degen an der Seite zu tragen.«
    »Gut, Herr Major, ich will Ihnen Satisfaktion geben - aber auf Pistolen. Ich
schlage mich nicht anders als auf Pistolen.«
    »Herr, mach Er kein Federlesens, zieh Er auf der Stelle, oder ich will Ihn
...«
    Dem jungen Herrn, so ungern er wollte, blieb nichts übrig, als den Degen zu
ziehen. Der Major drang auf ihn ein. Der Kammerdiener kam seinem Herrn mit
gezogenem Hirschfänger zu Hilfe; und plötzlich fuhr der Hirschfänger tief in des
Majors Rücken, ob von ungefähr oder vorsätzlicherweise, war nicht auszumachen.
    Franz, der Reitknecht, fasste den Kammerdiener in die Gurgel und gab ihm
einen deutschen Faustschlag auf den andern ins Gesicht. Der Major lag in seinem
Blute, der Edelmann machte ihm eine verbindliche Entschuldigung wegen dieses
unglücklichen Vorfalls, die der Major bloß mit einem Blicke voll Verachtung
beantwortete.
