 Sylvio, wenn wir hier warteten, bis es Tag wird, und dann allgemach wieder
zurück kehrten, wo wir hergekommen sind? Mich deucht, wir haben etwas
angefangen, seht ihr, wovon wir kein Ende sehen werden.
    Meiner Six, ich wollte lieber eine Stecknadel in einem Heustock suchen als
einen Schmetterling in der weiten Welt; und dann noch alle das Ungemach, dem man
sich dabei aussetzt, die Dorn ritzen, die Beulen am Kopf, die verstossnen
Schienbeine, die Riesen, die Salamander, die Froschgräben - und alles das um der
schönen Augen eines Schmetterlings willen! beim Velten, das ist ja alles, was
man leiden könnte, wenn es um die schöne Hecuba aus Griechenland zu tun wäre!
Freilich ist der Schmetterling eine geborene Prinzessin; aber seht ihr, Herr,
wenn ich sagen soll, wie mirs um Herz ist, denn ich bin immer ein guter
offenherziger Narr gewesen, es ist hier ein Aber, das uns das ganze Spiel
verderbt. Ein Schmetterling, der eine Prinzessin ist, ist freilich ein vornehmer
Schmetterling; aber, zum Henker, eine Prinzessin, die nur ein Schmetterling ist,
ist noch weniger als eine Prinzessin in einem Puppenspiel, denn wenn die
Prinzessin Tacamahaca oder Rossabarba mit dem spitzen Kinn, mit ihrer Krone von
Flittergold, und mit ihrer langen Schleppe von falschem Silber-Mohr abgetrippelt
ist, so findet ihr doch Lolottchen hinter der Szene, die, wenns drum und dran
kommt, wohl so gut ist als manche Prinzessin, und nicht so viel Umstände macht;
das werdet ihr mir nicht leugnen können? und seht ihr, Herr, was ich sagen
wollte - -
    Sa, sa, Pedrillo, das geht ja unvergleichlich, rief Don Sylvio, du sprichst
ja wie ein Cicero; fahre nur fort, denn ich möchte doch gerne sehen, was endlich
heraus kommen wird, wenn du fertig bist.
    Das werdet ihr bald sehen, gnädiger Herr, antwortete Pedrillo, ich merke
wohl, dass ihr meiner spotten wollt, aber es hat doch wohl eher ein Esel einem
Propheten einen guten Rat gegeben. Kinder und Narren sagen die Wahrheit, und das
Lange und Kurze von der Sache ist, dass der hab ich, immer besser gewesen ist,
als der hätt ich; vom Wünschen sagt man im Sprüchwort, ist noch keiner reich
worden. Die Frau Rademante hat euch freilich viel versprochen; aber versprechen
ist eins und halten ist ein anders, sagte Hans zu Peretten, und wenn mans
zuletzt beim Licht besieht, so deucht mich, es komme gerade so heraus, als wenn
mir jemand einen Schatz schenkte, den ich aber erst noch erheben soll, ohne dass
ich weiß wo? Wie wär es, wenn wir uns an
