 einmal wieder brauche, ich will ihm aus dieser
Not helfen, wer weiß hilft er mir aus einer andern. Wenn ich gleiches mit
gleichem vergelten wollte, so würde er mit einer abschläglichen Antwort müssen
zufrieden sein, ich bin aber nicht so gesinne, und habe ihn schon lange alles
vergeben, welches er unter andern auch daraus abnehmen kann, dass ich ihm alle
Jahr zur Kirmse habe bitten lassen, ob er gleich wegen der alten Pike noch nicht
über meine Schwelle kommen ist. Um ihn zu überzeugen, dass ich es gut mit ihm
meine, will ich ihm alles getreulich entdecken, wie ich es mit meiner Rede
angefangen habe. Ich höre zwar, dass es unter den Gelehrten Mode ist, dass sie
ihre besten Fechterstreiche gern für sich behalten, und sie niemanden leichtlich
offenbaren: doch weil er mir versprochen hat, verschwiegen zu sein und das
Geheimnis bei sich zu behalten, so will ich ihm kürzlich melden, wie ich es mit
meiner Rede, die der Herr Magister gelobt hat, gemacht habe. Es ging mir im
Anfang eben so wie ihm, ich wusste nicht, wo ich es angreifen sollte, den Text,
den mir der Herr Magister vorgeschrieben hatte, zu erklären. Ich ging zum Herrn
Pfarrer, um mich bei ihm Rats zu erholen, und ihn um ein Buch zu bitten, das
ich bei meiner Arbeit, brauchen könnte; allein dieser war böse, dass er nicht
auch ein Mitglied worden war, und wollte mir durchaus kein Buch leihen, ob er
deren gleich über ein Halbschock besitzt, und manche in Jahr und Tag nicht
braucht. Hierauf verfügte ich mich zu unsern Fräulein und bat sie um das Buch,
das sie braucht, wenn sie Briefe schreibt und ihr nichts einfallen will, sie gab
mir dieses ohne Schwürigkeit. Ich übersende es ihm im Vertrauen, er muss es aber
ja wohl bewahren, dass es nicht schmutzig wird und ein Dinten- oder Oehlfleck
hinein kommt. In diesem Buche sind alle Wörter enthalten, die zu einer Rede
gehören, es ist daher ein vortrefliches Werk, welches alle Arbeit leichte
macht. Man darf nur die Worte aufschlagen, wie sie einen von ungefehr in die
Augen fallen, und diese hernach mit einander verbinden, so ist die Rede fertig.
Da ich gehört habe, dass man sich bei einer Rede, vor allen Dingen, um ein Thema
bekümmern muss, eben so wie in der Musik, welches man hernach ausführet: so
suchte ich erst in dem Buche mein Thema zusammen, das waren die einzelnen Worte
die ich von ungefehr aufschlug. Diese schrieb ich fein ordentlich, wie sie mir
das Glück bescheret hatte, auf ein Pappier, und studierte hieraus meine Rede
zusammen. Es kostete freilich hin
