 bei ihm durch verschiedene Kunstgriffe zu mäßigen. In
    Hebräischen und andern morgenländischen Sprachen, habe ich ihm freilich
    nicht weit bringen können; doch kann er desto mehr lateinisch. Er schreibt
    manchmal mit vieler Hochachtung an mich.
Fräulein Amalia von S. ein loses, loses Ding! Sie macht so gar mit mir ihren
    Spaß; aber ich kann nicht böse werden: denn sie ist ein allerliebstes
    Fräulein; und so war sie schon ehedem, da sie noch meinen Hörsaal besuchte.
Von W. ein guter Mann, und ein guter Christ. Von Sorgen wird er niemals grau
    werden. Er kann in unserer Grafschaft das meiste essen und trinken, und
    schläft so lange, bis ihn wieder hungert. Seinen Namen kann er nicht
    schreiben.
Lady W. eine belebte und muntere Dame. Sie hat ein Maul wie ein Schwert. Sie
    erzieht ihre Töchter sehr vernünftig, und ist in allen Dingen so billig und
    gerecht, wie ein Korpus iuris.
Fräulein Juliane von W. ein stilles gutes Kind: ja, ich würde sie noch mehr
    loben, wenn sie sich nicht zuweilen ihrer Frau Mama widersetzte. Sie ist
    noch jung; ein gesetzter und vernünftiger Mann kann bei ihr noch etwas
    ausrichten.
Magister Wendelin, Pastor Loci. In seinem Amte ist er ganz wohl zu gebrauchen;
    in schweren Wissenschaften aber gibt er mir den Vorzug. Ich habe indessen
    meine Ursachen, wenn ich mit ihm nicht disputire: denn
Jungfer Sannchen ist seine Tochter, und meine Klementine. Ha! ha! ha! O Liebe,
    wie bezauberst du mich! Tange Chloen femel arrogantem! dulce ridentem
    Lalagen amabo, dulce loquentem.
Lorenz Lobesan, ein serpentischer Schulmeister. Kein Händel ist er zwar nicht;
    er kann aber zehn andere Kerls überschreien.
Jeremias könnte weit besser sein, wenn er meinen Lehren nachlebte, und den
    Kutschern in Grossbritannien nachahmte. Mein Kommentarius über den Grandison
    wird meinem Herrn und ihm gute Dienste tun.
    So würde Magister Lampert reden, wenn er eine Vorrede schreiben sollte.
    Doch, nichts mehr von ihm! In der Geschichte wird er eine Hauptperson
spielen, und sich näher zu erkennen geben.
    Wir legen der Welt kein Gedichte vor Augen; so erdichtet auch die Geschichte
Sir Karls ist. Die hierinne vorkommende Personen leben, und befinden sich wohl.
Hat nicht Jedermann das Recht, nach seinen Grundsätzen zu handeln? Meine Freunde
haben zeitero die Möglichkeit, Sir Karln nachzuahmen, bestritten.
    Sie haben Recht. Niemals aber wird es an Leuten mangeln, welche dem Herrn
von N. und Magister Lamperten ähnlich zu werden, fähig sind. Lorenze und Wigande
gibt es ohnedem in allen Städten und Dörfern.
    Es werden künftig noch mehrere Personen vorkommen, die aber dem Leser zuvor
sollen geschildert werden.
