 recht viel
freundliche Gesichter zu bekommen.
    Sie suchen doch auch alle Gelegenheit auf, sich lustig zu machen, und wenn
Ihnen aller Stoff zu fehlen scheint, so sind Sie es über sich selbst, das ist
in der Tat ein artiger Charakter, der mir gefällt. Das Schicksal entferne uns
nie von einander: wenn ich jemals Ihren Umgang vermissen sollte, so würde ich
das allerschätzbarste, das ich besitze, verlieren. Weil einmal die Planeten
unter uns einiger lustigen Aufmerksamkeit sind gewürdiget worden, so will ich
mir die Freiheit nehmen, über eine Stelle des Ihrigen, eine Anmerkung zu machen,
doch in einen gelehrten Streit lasse ich mich durchaus nicht ein, wenn ich auch
einen Preis von einer Akademie der Wissenschaften dadurch zu verdienen wüsste.
Was machen Sie Sich für einen seltsamen Begriff von einem lachenden Freier! Sie
verstehen darunter einen halbigten Liebhaber, der keinen Ernst braucht?
Unglückliche Deutung! Gehen Sie zum Herrn Lampert, und lassen Sie Sich die Sache
erklären, er wird es Ihnen ganz anders sagen. Sie sind lustig, aufgeräumt, Sie
lachen gerne: gleich und gleich sucht sich. Der Mann, den Sie einmal glücklich
machen sollen, wird in seinem Charakter Ihnen ähnlich sein. Sie bekommen einen
munteren, aufgeräumten, lachenden Freier, er Ihnen das Leben so angenehm macht,
als Sie es allen, die Ihren Umgang genießen, zu machen wissen. Wollen Sie nun
weiter mit dem ehrwürdigen Sterndeuter zanken, der Ihnen so viel gutes
geweissaget hat? Es hat mir nicht an Neugierde gefehlet, Ihren Planeten ganz zu
lesen, und die bösen Schicksale, die nach Ihrem Urteile darin sollen
enthalten sein, zu erfahren, oder ihnen mit einer guten Auslegung zu statten zu
kommen; aber da ich eine sehr schlechte und mangelhafte Edition von einem
Kalender habe, darin diese unbetrüglichen Weissagungen fehlen: so muss ich
wider Willen dem Befehle nachleben, Ihren Planeten nicht zu lesen.
    Tun Sie nur nicht so böse, dass ich dem Major etwas von Ihnen vorgeschwatzt
habe. Sie urteilen recht, dass ich ihn dadurch für seinen Vorwitz habe bestrafen
wollen; aber ich bin darin nicht mit Ihnen einerlei Meinung, dass ich daran
Unrecht getan habe. Ich glaube vielmehr allen Verdacht dadurch von Ihnen
entfernt zu haben. Er konnte denken, wir hätten von Ihm gesprochen, da wir
heimlich mir einander redeten; er konnte dieses aber nicht mehr denken, da ich
es ihm öffentlich sagte, dass wir es getan hätten. Wenn es wahr gewesen wäre, so
würde ich es ihm gewiss verschwiegen haben. Vermutlich sah er es ein, dass ich
ihn für seine Neugierde, dadurch habe wollen ein wenig büßen lassen; sollte es
aber nickt geschehen sein, so will ich, wenn er mich wieder fragt,
