 mich eher vor ihnen erniedrigen, als vor dem großen
Magol auf seinem Throne.
    v.N. Sie können es auf mein Wort glauben, dass ich das jederzeit denke, was
ich sage, denn wenn man reden will, so muss man denken; aber ich meine es auch
so, wie ich rede. Kurz, sie können sich darauf verlassen, ich werde ihnen um
meines Gewissens und um meiner Ehre willen keine Satisfaction geben, wenn ich
sie auch wirklich beleidigt hätte, welches doch aber nie geschehen ist. Der
Gebrauch der Waffen steht nur Königen und Fürsten zu, ich will den Göttern
dieser Erden nicht ins Amt fallen. Privatleute müssen sich in der Güte mit
einander vertragen.
    Der Baron. Ich bin ganz entzückt über ihre Gesinnungen und ich fange beinahe
an überzeugt zu werden, dass alles, was sie gesagt haben, vortrefflich und
nachahmungswürdig ist.
    v.H. Der Meinung bin ich auch. Wie es scheint, Herr Baron, so geht es ihnen
eben so, wie es mir manchmal zu gehen pfleget. Wenn ich aus der Kirche komme, so
denke ich, alles was der Pfarr gesagt hat, ist gut, und er hat Recht. Wenn ich
aber alles das tun sollte, was er sagt, so müsste ich ganz und gar umgegossen
werden, und das hält schwer, ich denke, wie meine Vorfahren sind in Himmel
kommen, die alle nicht besser gewesen sind als ich, so getraue ich mir auch
hinein zu kommen. Jetzt bin ich durch des Herrn v.N. Predigt abermals ganz und
gar umgewendet, ich denke, er hat vollkommen Recht; aber wenn ein Kavalier doch
gleichwohl soll leben, wie eine alte Frau, das steht mir nicht an.
    Der Major. So geht es mir ebenfalls. Wenn ich bedenke, dass das Duelliren
eine so abscheuliche Sache ist, dass man darüber um ein ehrliches Begräbnis
kommen kann: so möchte ich es verreden mich jemals wieder in Händel einzulassen.
Aber wenn man darüber in Gefahr geraten sollte, für scheinheilig oder furchtsam
ausgeschrieen zu werden, so will ich lieber den Papst und alle Kirchenväter
wider mich haben, als das Urteil der Welt.
    Der Baron. Weichen sie diesmal der Übermacht, und erkennen sie sich
überwunden. Sie können eben so wenig dem Winke der Vernunft widerstehen als ich.
Wenn man sich über die Vorurteile des Pöbels hinaussetzen kann, so muss man
notwendig zugestehen, dass es ein törigter und lächerlicher Gebrauch sei, einem
Unheil durch etwas abzuhelfen, woraus ein viel größeres entstehen kann.
    Der Major. (Zeigt auf den Herrn v.N.) Dieser Mann wird uns noch alle zu
seinen Neubekehrten machen. Aber der T. wenn ich auch einen Heldenmut beweisen
