 Er konnte dies darum auch am besten
beurteilen, weil er der fertigste und berühmteste Ziterspieler war, den es im
Gebirge gab. Er brachte mir eine sehr schöne Zither, deren Griffbrett von
rabenschwarzem Holze war, in welchem sich aus Perlenmutter und Elfenbein
eingelegte Verzierungen befanden, und auf welchem die Stege von reinem,
glänzenden Silber gemacht waren. Die Bretter, sagte mein Bote, könnten von
keiner singreicheren Tanne sein; sie ist von dem Meister gesucht und in guten
Zeichen und Jahren eingebracht worden. Die Füsslein der Zither waren
elfenbeinerne Kugeln. Und in der Tat, wenn der Jägersmann auf ihr spielte, so
meinte ich nie einen süsseren Ton auf einem menschlichen Geräte gehört zu haben.
Selbst was Matilde und Natalie in dem Rosenhause gespielt hatten, war nicht so
gewesen; ich hatte weit und breit nichts gehört, was an die Handhabung der
Zither durch diesen Jägersmann erinnerte. Ich ließ ihn gerne in meiner Gegenwart
auf meiner Zither spielen, weil ihm keine so klang wie diese, und weil er sagte,
sie müsse eingespielt werden. Er wurde mein Lehrer im Ziterspiele, und ich nahm
mir vor, da ich sah, dass er meine Zither allen anderen vorzog, ihm, wenn ich
Ursache hätte, mit unseren Lehrstunden zufrieden zu sein, eine gleiche zu
kaufen. Er hatte nämlich erzählt, dass der Meister mehrere aus dem gleichen Holze
wie die meinige und in gleicher Art gefertigt habe. Da sie nun ziemlich teuer
gewesen war, so schloss ich, dass der Meister die gleichen nicht so schnell werde
verkaufen können, und dass noch eine werde übrig sein, wenn ich meinem Lehrer zu
dem gewöhnlichen Lohne, den ich ihm in Geld zugedacht habe, noch dieses Geschenk
würde hinzufügen wollen.
    Ich begann in demselben Sommer auch, mir eine Sammlung von Marmoren
anzulegen. Die Stücke, die ich gelegentlich fand, oder die ich mir erwarb,
wurden zu kleinen Körpern geschliffen, gleichsam dicken Tafeln, die auf ihren
Flächen die Art des Marmors zeigten. Wenn ich größere Stücke fand, so bestimmte
ich sie außer dem, dass ich die gleiche Art in Tafeln in die Sammlung tat, zu
allerlei Gegenständen, zu kleinen Dingen des Gebrauches auf Schreibtischen,
Schreinen, Waschtischen, oder zu Teilen von Geräten oder zu Geräten selbst. Ich
hoffte meinem Vater und meiner Mutter eine große Freude zu machen, wenn ich nach
und nach als Nebengewinn meiner Arbeiten eine Zierde in ihr Haus oder gar in den
Garten brächte; denn ich sann auch darauf, aus einem Blocke, wenn ich einen
fände, der groß genug wäre, ein Wasserbecken machen zu lassen.
    Im Lautertale fand ich einmal Roland, den Bruder Eustachs. Er hatte in einer
alten Kirche gezeichnet, und war jetzt damit beschäftigt, im
