 Pflanzen und meint, alle Leute müssten ihnen
ihre Aufmerksamkeit schenken, während ich doch ganz andere Gedanken in dem
Haupte habe, während mein Gastfreund seine eigenen Bestrebungen hat, und Gustav
seiner Ausbildung obliegt. Das eine Gute hatte aber die Ansprache des Gärtners
für mich, dass sie mich von meinen wehmütigen und schmerzlichen Gefühlen ein
wenig abzog und mir die Überzeugung brachte, wie wenig Berechtigung sie haben,
und wie wenig sie sich für das Einzige und Wichtigste in der Welt halten dürfen.
    Ich blieb noch länger in dem Gewächshause und ließ mir mehreres von dem
Gärtner zeigen und erklären. Dann ging ich wieder in meine Wohnung und setzte
mich zu meiner Arbeit.
    Wir kamen bei dem Mittagessen zusammen, wir machten am Nachmittage einen
Spaziergang, und die Gespräche waren wie gewöhnlich.
    Die Zeit auf dem Rosenhause floss nach dem Besuche der Frauen wieder so hin,
wie sie vor demselben hingeflossen war.
    Ich hatte die Musse, welche ich mir von meinen Arbeiten im Gebirge zu einem
Aufenthalte bei meinem Gastfreunde abgedungen hatte, beinahe schon erschöpft.
Das, was ich mir in dem Rosenhause als Ergänzungsarbeit zu tun auferlegt hatte,
rückte auch seiner Vollendung entgegen. Ich ließ mir aber desohngeachtet einen
Aufschub gefallen, weil man verabredet hatte, einen Besuch auf dem Sternenhofe
zu machen, was, wie ich einsah, Mathildens Wohnsitz war, und weil ich bei diesem
Besuche zugegen sein wollte. Auch war es im Plane, dass wir eine Kirche besuchen
wollten, die in dem Hochlande lag, und in welcher sich ein sehr schöner Altar
aus dem Mittelalter befand. Ich nahm mir vor, das, was mir an Zeit entginge,
durch ein länger in den Herbst hinein fortgesetztes Verweilen im Gebirge wieder
einzubringen.
    Mein Gastfreund hatte in dem Meierhofe wieder Bauarbeiten beginnen lassen,
und beschäftigte dort mehrere Leute. Er ging alle Tage hin, um bei den Arbeiten
nachzusehen. Wir begleiteten ihn sehr oft. Es war eben die letzte Einfuhr des
Heues aus den höheren in dem Alizwalde gelegenen Wiesen, deren Ertrag später als
in der Ebene gemäht wurde, im Gange. Wir erfreuten uns an dieser duftenden,
würzigen Nahrung der Tiere, welche aus den Waldwiesen viel besser war als aus
den fetten Wiesen der Täler; denn auf den Bergwiesen wachsen sehr mannigfaltige
Kräuter, die aus den sehr verschiedenartigen Gesteingrundlagen die Stoffe ihres
Gedeihens ziehen, während die gleichartigere Gartenerde der tiefen Gründe
wenigere, wenngleich wasserreichere Arten her vor bringt. Mein Gastfreund
widmete diesem Zweige eine sehr große Aufmerksamkeit, weil er die erste
Bedingung des Gedeihens der Haustiere, dieser geselligen Mitarbeiter der
Menschen, ist. Alles, was die Würze, den Wohlgeruch und, wie er sich ausdrückte,
die Nahrungslieblichkeit beeinträchtigen konnte, musste strenge hintan gehalten
werden, und wo durch Versehen oder
