 reitenden Horden und spielenden Teatertruppen umzingelt - und er
kann sich gar nicht satt sehen.
    Ist aber der Tomus aus: so fängt - das ist die letzte Nominaldefinition -
sich ein kleiner an, worin ich mache, was ich will (nur keine Erzählung), und
worin ich mit solcher Seligkeit mit meinem langen Bienenstachel auf- und
abfliege von einer Blüten-Nektarie und Honigzelle zur andern, dass ich das bloß
zum Privatvorteile meines Ausschweifens gebauete Filialbändchen recht schicklich
meine Honigmonate benenne, weil ich darin Honig weniger mache als esse,
geschäftig nicht als eintragende Arbeitsbiene, sondern als zeidelnder
Bienenvater. - Bisher hatt' ich freilich geglaubt, das Durchfahren meiner
satirischen Schwanzkometen würde jeder Leser von dem ungestörten Gange meines
historischen Planetensystems auf der Stelle absondern, und ich hatte mich
gefragt: »Wird denn in einer Monatsschrift die Einheit einer Geschichte durch
das Abbrechen der letztern und durch die Erbfolge eines andern Aufsatzes
beschädigt; und haben sich denn die Leser darüber beschweret, wenn z.B. in den
Horen-Jahrgängen zuweilen Cellinis Geschichte abgebrochen und ein ganz anderer
Aufsatz eingehoben wurde?« - Aber was geschah?
    Wie im Jahre 1795 eine medizinische Gesellschaft in Brüssel den contract
social unter sich machte, dass jeder eine Krone Strafgeld erlegen sollte, der in
der Session einen andern Laut von sich gäbe als einen medizinischen: so ist
bekanntlich ein ähnliches Edikt vom 9ten Juli an alle Biographen erlassen, dass
wir stets bei der Sache - welches die Historie ist - bleiben sollten, weil man
sonst mit uns reden würde. Der Sinn des Mandats ist der, dass, wenn ein Biograph
in allgemeinen Weltistorien von 20 Bänden, ja in noch längeren - wie z.B. in
dieser - ein- oder zweimal denkt oder lacht, d.h. abschweift, Inkulpat auf der
kritischen Pillory als sein eigener Pasquino und Marforio ausstehen soll -
welches man an mir schon mehr als einmal vollstreckte.
    Jetzt aber geb' ich den Sachen eine andere Gestalt, indem ich erstlich
Geschichte und Digression in diesem Werke strenge auseinanderhalte - wenig
Dispensationsfälle ausgenommen -, zweitens indem ich die Freiheiten, die ich mir
in meinen vorigen Werken nahm, im jetzigen zu einem Rechte, zu einer Servitut
verjähre und verstärke; der Leser ergibt sich, wenn er weiß, nach einem Bande
voll Jobelperioden erscheinet durchaus nie etwas anders als einer voll
Honigmonate. Ich schäme mich, wenn ich mich erinnere, wie ich sonst in frühern
Werken mit dem Bettelstabe vor dem Leser stand und um Ausschweifungen bat, indes
ich doch - wie ich hier tue - mir das Anleihen hätte erzwingen können, wie man
von Weibern mit Erfolg nicht nur Tribut als Almosen, sondern auch das don
gratuit als Quatembersteuer zu begehren hat. So macht es nicht bloß
