 so wichtig ist, hier eine ruhige, feste
Überzeugung zu erhalten.
    Ich übergebe also meinen Mitbürgerinnen Elisa noch einmal in derselben
Gestalt. Selbst ein Weib, wünsche ich, wahre Tugend und höhere Ausbildung des
Geistes immer mehr unter meinem Geschlechte verbreitet zu sehen, von welchen wir
uns, durch eine falsche Richtung des Verstandes, immer mehr entfernen. Durch die
Kunst gebildet, wünschte ich das Weib zur Einfachheit und zur Natur
zurückgeführt zu sehen.
    Dieses war mein Zweck, als ich dieses Buch meinen Mitbürgerinnen weihete.
Mögen Andere diesen Zweck durch kräftigere Mittel erreichen, mögen edle Männer
es sich zur Pflicht machen, durch ihr Verhalten die Weiber zur Tugend zu
erziehen, jedes edle Weib wird ihnen danken! Und die Verfasserinn der Elisa wird
gern ihr Buch der Vergessenheit übergeben, wenn sie hoffen darf, dass das System,
welches Elisa befolgte, in den Herzen unserer meisten Weiber eingeprägt ist.
 
                Vorbericht des Verlegers zu der dritten Auflage
Um diesem musterhaften Buche, welches bereits in tausend Händen ist, den
möglichsten Grad von Vollkommenheit zu geben, schrieb ich nach Erscheinung der
vortrefflichen Rezension über Elisa (in der A. L. Zeitung 1797 S. 381) an die
verehrungswürdige Verfasserinn, sandte ihr dieses Blatt und bat, wo möglich die
Wünsche und Winke des Rezensenten zu erfüllen, und zu benutzen, da ich im
Begriffe sei, eine N. Auflage zu machen; zugleich forderte ich sie abermals auf,
mir zu erlauben, doch jetzt ihrem Buche ihren Namen vordrucken zu dürfen, weil
ein großer Teil ihrer Leser und Leserinnen wünschten, die Verfasserinn der
Elisa wenigstens dem Namen nach zu kennen. Über alles dieses erhalte ich
folgenden Brief, der als Neue Vorrede der Verfasserinn gelten mag.
    »Ich sage Ihnen meinen Dank für die Übersendung des Blattes der allgemeinen
Literatur-Zeitung. Sie wünschen also eine dritte Auflage zu veranstalten? - Ich
muss Ihnen aufrichtig gestehen, dass es nur wäre, um Ihrem Wunsche ein Gnüge zu
leisten, wenn ich mich noch einmal einer Arbeit an Elisa unterzöge. Es ist ein
Zug in meinem Charakter, dass ich mich ungern, und nicht mit glücklichem Erfolge,
mit einem schon beendigten Werke noch einmal beschäftige, es fehlt mir hierzu an
gehöriger Anstrengung, und es kostet mir viele Mühe, einen Faden wieder
anzuknüpfen, den ich seit vielen Jahren fallen ließ.
    Als ich Elisa schrieb, gehörte es in meinen Plan, sie sterben zu lassen. Ich
wollte die Ruhe schildern, welche das tugendhafte Weib bis ins Grab begleitet.
Ich legte ihr meine Überzeugungen in den Mund, wie ich es in dem ganzen Buche
getan hatte, ohne zu wähnen, dass man hieran den mindesten Anstoß nehmen könnte;
denn die sterbende Elisa sagt ja nicht: Ich glaube an
