 allein niedrig komischer Charakter. Sonst springt
keine echt komische Situazion hervor. Kurz, das Gedicht ist ein ziemlich
ordentliches mittelmässiges Werk, und zeigt wenig von komischem Genie. Schade,
dass die Musik dazu unter die ersten Hauptwerke der Opera buffa gehört!«
    »Piccini schreibt einen guten komischen Styl. Muster davon sind hier im
ersten Akt die Arie des Marchese E pur bella la Cecchina, mi fa tutto giubilar.
Und Muster zugleich des Naiven: Una povera ragazza, padre e madre che non a, die
Arie der Cecchina. Hauptsächlich aber das Quintett, oder Finale.«
    »Wenn dies das erste, und Piccini der Erfinder dieser Form ist: so hat er's
gleich sehr weit gebracht; denn nach ihm ist nur Abwechslung dazu gekommen.«
    »Cecchina fängt an: Vo cercando e non ritrovo la mia pace e il mio conforto,
che per tutto meco porto una spina in mezzo al cor.«
    »Aber gewiss hat man die Form von den Quintetten, Quartetten der Opera seria
entlehnt, und nur komischen Styl hinzugebracht. Höchlich schön und ergötzend
bleibt sie immer, und übertrift an Mannigfaltigkeit die Chöre.«
    »Im zweiten Akt
hat die Arie des Deutschen, Tagliaferro, Charakter, und macht Spaß auf dem
Theater mit den Instrumenten. Viel besser, rund und vortrefflich ist die
Erzählung der Paoluccia und Sandrina: per il buco della chiave.«
    »Cecchina hat schöne Arien, die aber nicht ins komische Fach gehören; als
Vieni il mio seno di duol ripieno dolce riposo a consolar16. So wie auch im
ersten Akt die Lucinde. Dies gibt dem Ganzen eine gute Mannigfaltigkeit.«
    »Das Quintett Si Signora di la sù si è veduto che quagiù col Soldato
fortunato si badava a divertir, mag zu seiner Zeit sehr schön gewesen sein;
jetzt ist vieles zu gemein geworden. Hier gehört es zur Erfindung der neuen
Form.«
    »Noch ist das Duett schön und dramatisch zwischen dem Marchesen und der
Cecchina, wo alles entdeckt wird: la Baronessa, amabile Idolo mio, sei tu. Und
das kleine Quintett, womit sich das Stück schließt.«
    Lockmann hatte von Verschiednem bei der Erklärung das Thema auf dem Klavier
angegeben, und dazu gesungen.
    Hildegard sagte nun: »Ein Paar Arien der Cecchina, die mir außerordentlich
gefallen, möcht' ich wohl noch singen. Erlauben Sie, dass ich meinen Bruder rufe
und Feierabenden, mich zu begleiten. Dann wollen wir den Untergang der Sonne im
Garten genießen.«
    »Das wird mir große Freude machen;« versetzte Lockmann.
    Die Mutter hatte bis jetzt zugehört, zum Teil auch gesehen, und begab sich
weg, beschämt über ihren Argwohn.
    Hohental und Feierabend kamen. Mit dem
