 hat nichts, was diesem gleich zu stellen wäre.«
    Il Trionfo d' Armida di Traetta.
    Der Text nach Quinault.
    Man fand die ganze Oper mager, und meistens Schlendrian; die Szene allein,
wo sich Armida in Rinalden verliebt, indes sie ihn ermorden will, vortrefflich;
und nebst der Ankunft des Rinald, seiner Bezauberung und seinem Einschlafen, das
einzig Gute.
    »Die älteren Opern, fuhr Lockmann fort, sind fast alle bloß so bearbeitet,
dass eine oder zwei Gruppen, wie Gemälde, hervorspringen; das Übrige ist
Ausfüllung, um in den Logen dabei spielen zu können. Ländlich, sittlich. Diese
Szene gewinnt viel, wenn man weiß, dass sie für die Gabrieli geschrieben ist. Zur
Zeit selbst, wo sie neu und Erfindung war, muss sie entzückt haben. Der Ausdruck
ist meisterhaft. Aber wahr ist es, alles andre wäre jetzt unerträglich.«
                              Armida von Salieri.
»Gute Italiänische Musik; nichts Neues, und wenig Vorzügliches. Die einzige gute
Szene des Traetta zeigt mehr Genie. Salieri hat viel bessere Werke
hervorgebracht. Die letzte Arie der Armida ist das Beste; und doch scheint auch
im Leidenschaftlichen der Begleitung Jomelli nachgeahmt zu sein.«
    »Righini, der jüngst denselben Text von Koltelini, jedoch nur im Auszuge, zu
Wien bearbeitete, und einige Szenen von andern Meistern einschaltete, übertrift
ihn bei den Hauptscenen, hat neue Melodie, neue Begleitung, und ist zuweilen
stark im Ausdruck.«
    »Koltelini hat eine glänzendere poetische Sprache, als Jomelli's Dichter,
und plündert hier und da den Metastasio; aber dieser hat das Natürliche des
Ganzen reiner herausgegriffen.«
    Noch gingen sie einige Szenen einer Armida von Haydn durch, und das Terzet:
Partirò, ma pensa ingrato; und der bezauberte Wald, die beide jedoch nicht zum
Wesentlichen gehören, gefielen. Doch dünkten sie ihnen nicht originell
Haydnische Musik, sondern nachgeahmte Italiänische. Der Göttliche kam ihnen beim
Texte zuweilen vor, wie ein zusammengekuppeltes Windspiel im Laufen.
    Gegen Abend wurden Hohental und Feierabend von einem guten Freund in
Gesellschaft abgehohlt; und Lockmann empfahl sich gleich darauf. Als er unten im
Hofe war, sah er die Gartentür offen; und im Betrachten, dass sie von beiden
Seiten konnte verschlossen, und innen verriegelt werden, lockte ihn das
mutwillige Spiel der himmlischen Gestalt, auf einmal wieder höchst lebendig im
Gedächtnisse, zur Wasservertiefung am Ende unter den hohen alten Linden. Lauter
süße volle Empfindung, wandelte er schüchtern durch die schattigen Gänge dahin;
sah die erste reizende Szene nur noch viel gegenwärtiger, und setzte sich in
eine Laube von duftendem blühendem Geisblatt, recht wie ein verliebter Schäfer
in Gedanken versunken und verloren.
    Nachdem er lange so gesessen, traten ihm
