 den man dabei sich vorsetzen könnte. Die Geister der
großen Erfinder in der Musik kämpften hier mit einander; und man hätte den
Genius verschiedener Zeiten und Völker am sinnlichsten vor Ohr und Seele. Um
diesen Zweck vollkommen zu erreichen, gehören freilich Städte dazu wie London,
Paris, Neapel, Wien, Berlin; und Unterstützung von Königen, Fürsten, und reichen
Liebhabern.«
    »Wenn man inzwischen nur einmal den Anfang damit machte! Man brauchte nicht
ganze große Komposizionen aufzuführen, sondern nähme nur die schönsten und
bedeutungsvollsten Stücke daraus. Künstler und Kenner könnten nachher die
Partituren für sich besser studieren. Man brauchte anfangs auch nicht bis zu den
Griechen und Chinesen zurückzukehren und auszuschweifen; sondern nähme nur die
Hauptsachen von Palestrina an bis auf unsre Zeiten.«
    »Durch starke Kontraste würde das Vergnügen sehr erhöht werden. Zum Beispiel
nach einander ein Stück von Durante oder Vinci; und darauf eins von Paesiello
oder Cimarosa; eins von dem berühmten Kapellmeister Karls des Sechsten Fux: und
darauf eins von Gluck oder Naumann.«
    »Ein Konzert, auf diese Art mit Geschmack eingerichtet, würde bald alle
mittelmäßige teure Opern zu Schanden machen. Das nämliche verstände sich auch
von Instrumentalmusik. Die Virtuosen müssten sich in den Genius der Zeit so viel
wie möglich einstudiren, wenigstens anfangs von Korelli und Vivaldi an, und
Tartini, bis zu unserm Ariost Haydn. Die Kunst der Musik würde dadurch nach und
nach mehr Tiefe in der Geschichte der Menschheit gewinnen.«
    »2. Was noch geschieht, aber mehr von ungefähr, als aus Zweck: alle Anfänger
da prüfen durch das Publikum; und leicht die Stimmen sammeln, ob sie fortfahren
sollen in dieser Kunst, unterstützt zu werden verdienen, oder nicht; und ihnen
guten Rat erteilen, so wohl was Komposizion, als Ausübung betrifft.«
    »3. Nachrichten einsammeln von neuen Werken und Virtuosen in den
verschiedenen Städten Deutschlands und andrer Länder durch musikalische
Korrespondenzen.«
    
    »4. Sich unterreden, wie Kirchen-, Theater- und andre Musik in einen bessern
Zustand zu versetzen sei.«
    »5. Die berühmtesten Sänger, Sängerinnen und Virtuosen auf ihren Reisen da
hören, ihr Vortrefliches und ihre Eigenheiten prüfen.«
    »Um diese und mehrere Zwecke zu erreichen, müssten Kenner und in der
Geschichte der Musik Erfahrne an der Spitze stehen, regieren und leiten.«
    »Die angenehmsten Konzerte heutiges Tags sind solche, wie sie die Italiener
haben. In ihren häufigen Opern jedes Jahrs werden gewöhnlich nur einige Szenen
vorzüglich gut ausgearbeitet; und diese aus verschiedenen Städten führen sie
darin nach einander auf. Ihre Konzerte sind also gleichsam die Ernte von jedem
Jahre. Und so geht es noch mit der Instrumentalmusik.«
    »Unsre gewöhnlichen Konzerte erfordern notwendig wenigstens
