 des Korso zu dem
angenehmen Quartier beim Theater, welches schon längst für Passionei bereitet
stand, und wo der Unternehmer selbst, höchlich über seine Ankunft erfreut, ihn
empfing.
    Die Sachen wurden abgepackt, der schöne Englische Wagen an einen sichern Ort
gestellt, und alles bald in Ordnung gebracht.
    Noch denselben Abend durchstrich der Unternehmer mit Passionei die großen
nahen Plätze, bis zum Monte Citorio, wo er im Kaffeehause stolz seine neue Beute
aufführte. Man erblickte mit Lust die schöne Gestalt, den schlanken königlichen
Wuchs unter dem Venezianischen Mantel; und stand und sprach gefällig um den
Jüngling her, als er ein Glas Gefrornes zu sich nahm.
    Gegen Mitternacht hielten sie ein köstliches Mahl, wozu auch einige Freunde
des Unternehmers, der zweite, kaum sechzehnjährige Sänger - von Siena gebürtig,
zart und weichlich von Person, aber von unbedeutenden Gesichtszügen, etwas
kleiner als Passionei - und der Tenorist, ein starker Mann in die dreißig, gut
für die Rolle des Ulysses, eingeladen waren.
    Man machte geschwind angenehme Bekanntschaft. Das Gespräch ward kurzweilig
und Italiänisch lebhaft. Passionei sprach wenig; aber alles, was er sagte,
verriet feinen Sinn und durchdringenden Verstand, welcher zuweilen mit dem
übergrossen Aberwitz der Andren einen auffallenden Kontrast machte. Man ging spät
aus einander. Unten, nicht weit von der Tür, kamen Alle darin überein:
Passionei sei schön, geschmeidig, klug, verständig, und gelehrt in seiner Kunst.
    Hildegard schlief sanft und ruhig, und erwachte, als schon die Sonne zu den
Fenstern hereinschien, aus den lieblichsten Träumen.
    Noch denselben Morgen nahm sie, auf Empfehlung des Unternehmers, einen
jungen flinken Römischen Bedienten, mit Namen Paolo, an; und sagte, leichtweg
ländlich sittlich scherzend, in Fanny's Beisein: »Der Name passt gut zu dem
Deinigen, Pietro;« - so wurde nämlich das Kammermädchen jetzt getauft; - »und
ich hoffe, von dem neuen Apostel so gut wie von dem alten bedient zu werden.«
    Von dem erstem begleitet, besah sie noch diesen Vormittag die Peterskirche,
die Rotunde, und das Kolisäum: drei Wunderwerke, die ihre Seele zum Großen und
Erhabnen stimmten.
    Mittags war die Gesellschaft bei der Tafel zahlreicher: außer den schon
gestern Abend da gewesenen Sängern, kamen auch die andern, und die Hauptpersonen
vom Ballet und Orchester. Hildegard nahm mit ihrem gefälligen Wesen und
sinnvollen Ausdruck bald alle für sich ein, so wenig Besonderes sie ihnen auch
sagen konnte, da sie ihre Eigenschaften und Verhältnisse noch nicht kannte. Sie
aß und trank wenig, und bemerkte für sich die Teatersitte, und - so viel davon
zum Vorschein kam - das Eigne von denen, die sich auszeichneten.
    Den Abend machte sie die Höflichkeitsbesuche bei den Herren
