 nur nicht tragisch, sondern gemildert und gereinigt; dann ihr
eigenes, als zärtlicher Vorhalt; dann etwas von dem Herben der None, nach der
Grundharmonie; ferner im Ganzen desselben das Schmachtende des verminderten
Dreiklanges; dann in der Quinte und der bald auf die Septime folgenden Sext dazu
das Entzückende des ersten Septimenaccords in der ersten Verwechselung, der
Sextquinte; und auf der Note sensible zittert alles vor Lust, und glänzt wie
Wonneträne.«
    »Auch haben die größten Komponisten, so wie die bewundertsten Sängerinnen
und Sänger, mit diesem Accord ihre höchsten Zaubereien verrichtet. Er hat etwas
äußerst Bittendes und Flehendes; sein eigentlicher Charakter ist die süßeste
Zärtlichkeit; und er gehört ohne allen Zweifel zu den entzückendsten Accorden
für den Ausdruck.«
    »Majo braucht ihn meisterhaft in dem herrlichen Duett am Ende des zweiten
Akts vom Montezuma:
    Karo ti lascio addio!
    Ben mio addio!
Er lässt in ihm auf der Silbe di eine Kadenz halten, und bringt ihn, zur höchsten
Verstärkung des Ausdrucks, gleich wieder auf einem andern Tone bei den Worten:
Mi si divide il cor.«
    »Jomelli im zweiten Akt des Vologeso (Szene 2) bei Lascia mi, o cara, la
pace in sen. Und in der göttlichen Arie der Berenize im zweiten Akt eben dieser
Oper bei L'ira sospendi, sospendi l'ira!«
    »So in Glucks Alceste bei Io morirò d'amor in der schönen Arie Non vi
turbate, no! (letzte Szene des zweiten Akts.) Und doppelt bei den Worten des
Achilles in der Iphigénie en Aulide (Akt II. Sc. 5.): Je saurai me contraindre.«
    »Noch eins der schönsten Muster seines Ausdrucks ist in desselben Meisters
Iphigenia in Tauris (Akt III. Sc. 4.) bei den Worten des Pylades: Oreste, hélas!
peut-il me méconnaître20!«
    »Der vierte Septimenaccord ist der Accord der großen Septime mit der reinen
Quinte und großen Terz. Er kommt in der diatonischen Leiter zweimal vor.«
    »Bei diesem ist die Kraft am angestrengtesten, und er gelangt erst durch die
Tiefen der vorigen wieder zur Ruhe, oder reinen Existenz. In seinen
Verwechselungen ist er der ungelenkigste unter allen.«
    »Ein vortrefliches Muster seines höchst tragischen Ausdrucks ist in Admets
No, crudel, in Glucks Alceste bei den Worten: E un si barbaro abbandono, in der
ersten Umkehrung desselben, der verkleinerten Sext; wo aber die Melodie den
Sturz der großen Septime des Grundaccords selbst hat. Die reine Quinte wird hier
herbe Dissonanz, und kämpft recht, wie göttlicher heroischer Charakter in den
Tragödien des Sophokles und Euripides, mit den Übeln der Welt.«
    »Viel verstärkter ist sein Ausdruck
