 dreifachen,
und vortrefflich declamirt. Es wird recht fühlbar, dass die Oktave die
vollkommenste Konsonanz ist. Das kurze Instrumentenspiel zum Tanze dazwischen
tut als Abwechselung gute Wirkung, und die Geigen, am Ende des Chors, drücken
in der Begleitung das Bellen des Cerberus naiv aus.«
    »Das Kantabile: deh, placatevi con me! von der Harfe begleitet, ist gewiss
höchst rührend; und das harte No der Furien macht einen furchtbaren Kontrast
damit. Das deh - placatevi! bei der Wiederhohlung im zweiten Abschnitt, mit dem
halben Ton in der Melodie, der in der Harmonie zur übermäßigen Sekunde wird, und
einen Anstrich von der beklommenen verkleinerten Terz bekommt, ist ein
Meisterzug; die Furien antworten eben darin noch greller das bewunderte No. Die
verkleinerte Septime hat ihren Ausdruck hier in der höchsten Stärke. Eine süße
tonvolle Stimme kann in dieser Szene bezaubern.«
    »Der gemilderte Chor darauf: Misero giovine, in der einfachsten Harmonie,
mit bloßen Oktaven vermischt, setzt die Handlung vortrefflich fort; so das
Kantabile, wieder mit der Harfe: Mille pene, ombre moleste, immer tiefer
eindringend; und der Chor eben so, mehr besänftigt, in Ah quale incognito
affetto. Das men tiranne ah voi sareste, bestürmt noch mehr mit lebhafterer
Begleitung und süßer, in halbe Töne verschmolzner Melodie. Lauter Dialog
zwischen Orpheus und dem Chor in kurzen Absätzen, bis der letztre nach einem
Orgelpunkt voll Ausdruck mit dem: al vincitor, verschwindet.«
    »Diese Musik hat wirklich das, was sich nur von der vortreflichsten sagen
lässt; man vernimmt nämlich bloß den Sinn der Worte, und wird getäuscht, in die
Szene hingezaubert, ohne dass man die Musik, die es bewirkt, selbst merkt: so
nackend und rein ist die Darstellung.«
    »Nun dringt der Sänger frei in Elisium. Das lange Rezitativ, worin er seine
Empfindung von sich atmet, macht durch die heitre und zugleich rührende
Begleitung einen entzückenden Kontrast mit dem Vorigen. Die Harmonie, obgleich
in aller Fülle von Hoboen, Flöten, Hörnern, Fagotten, ist doch sehr einfach, und
die Declamazion darunter vortrefflich. Die Worte sind schön, zum Teil aus dem
Virgil: Che puro ciel! che chiaro soll! che nuova serena luce è questa mai! Die
Instrumente konzertiren höchst reizend mit einander, und die Begleitung der
ersten Violine hält wie ein liebliches Murmeln alles zusammen. Der Chor der
Seligen ist in Glucks herzlicher Art.«
            »Dritter Akt.«
»An der Klippe der Katastrophe scheitert aber die Dichtung, und natürlich muss
das Kolorit und Helldunkel, wie Gluck seine Musik nennt, der Zeichnung folgen.«
    »Euridice ist gar ein armseliges poetisches Geschöpf: nicht die schöne,
junge, von
