 gänzlich zurück.
    Der Prinz sagte zu dem Offizier, seinem Begleiter, unter dem Jubel und
Lärmen, bei Seite: »Eine stolze Kreatur!« Er fasste gleich den festen Entschluss,
das Wunder nach Wien zu bringen; und fragte Hildegarden, ob sie sich irgendwo
verpflichtet hätte?
    Hildegard blickte dem Fürsten zu, dass die Rolle anfinge ihr beschwerlich zu
werden. Sie wollte sich, in gewissen Rücksichten, nicht länger verkennen lassen;
und der ganze Scherz ward entdeckt.
    Das Gespräch war nun auf einmal traulicher, wie zwischen Gleichem und
Gleichem; der Prinz sagte die allerangenehmsten Sachen mit Witz, Geschmack und
Gefühl, konnte aber seiner Unzufriedenheit über die Entdeckung nicht so völlig,
wie bei andern Gelegenheiten, Meister werden.
    Mit der äußersten Achtung führte er Hildegarden selbst zur Tafel; und nahm
den Sitz zwischen ihr und seiner Mutter, der Fürstin.
    Wie es bei plötzlicher Überraschung und Freude zu geschehen pflegt, wurde
vieles bunt durch einander gesprochen, über Wien, Paris, London, berühmte
Personen. Auch Hildegard sagte bei Gelegenheit ihre Meinung, zwar frei, aber
bescheiden; und der Prinz merkte, dass er eine Person von geübtem Verstande vor
sich hatte.
    Der Fürst stand bei Zeiten auf, um die Herren von der Reise ausruhen zu
lassen; und man ging bald aus einander.
    Lockmann hatte den andern Morgen seine Leute zur Probe für eine Kirchenmusik
auf den nächsten Sonntag bestellt, und dazu das Dixit von Majo gewählt, weil der
Prinz diesen Meister nicht kannte.
    Text und Sinn der Worte wussten sie alle; er erklärte ihnen nur kurz die
musikalische Behandlung derselben, und sagte:
    »Ein himmlischer Genius voll Leben, Geist und Grazie, unter ernsten
Kirchenvätern mit Silberbärten. Das neue gewandte Spiel bei dem Kanto fermo und
dem alten Kirchenstyl hier und da ist ungemein reizend, wie ein Edelstein mit
zierlicher prächtiger Einfassung. Es ist eben der Grad getroffen, der auch der
Strenge eine süße Heiterkeit abgewinnt; alles Bunte vermieden, und Reinheit,
Klarheit durch und durch herrschend. Dieses Dixit hat unter den neueren
Kirchensachen einen ganz eignen originellen Charakter, und behauptet einen
vorzüglichen Rang.«
    »Dixit Dominus Domino meo: sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos
scabellum pedum tuorum23. Dieses macht ein prächtiges ausgeführtes Ganze mit der
herrlichen Begleitung.«
    »Nun kommen Solos.«
    »Virgam virtutis tuae emittet Dominus ex Sion: dominare in medio inimicorum
tuorum. Klar, schön, und voll Einfalt.«
    »Tecum principium in die virtutis tuae in splendoribus sanctorum: ex utero
ante luciferum genui the. Dieses gehört mit der reizenden Begleitung unter die
schönsten Bassarien für Kirchengesang.«
    »Dominus a dextris tuis confregit in die irae suae reges: ist fast durchaus
zweistimmig, so
