 Rauch
und dem Davonlaufen Aller.«
    »Sehr wahr,« sagte Lockmann lachend; »aber der Schluss in der Musik ist doch
pittoresk und prächtig.«
    »Der Herzog hat mit seinen großen Künstlern das Unmögliche möglich machen,
und ein glänzendes Feenspiel zum Erstaunen der guten Schwaben für Augen und
Ohren geben wollen.«
    »Der Anfang gleich ist eine Zauberei nach der andern; die Symphonie schön
und neu. Das Andante macht die Anrufung der Klimene an die Tetis mit einem Chor
tanzender Priester. Im Presto stürzt alles zusammen, und Tetis erscheint in
aller Pracht auf einem Thron. Die Arien sind für äußerst geübte hohe
Sopranstimmen. Der Chor der Tritonen ist ein Meisterstück für ihren Charakter.
Das Duett der Tetis und Klimene hat schöne Stellen; dann kommt freilich auch in
der Musik Leeres und Langweiliges. Der Abzug des Phaeton zur Sonnenburg ist das
Beste; und sein Duett mit der Fortuna, deren vom Vater erbetenen Beistand er aus
Stolz nicht annehmen will, das Wesentliche vom Ganzen.«
    »Es ist nützlich, auch solche Ausschweifungen kennen zu lernen, und sich
davor zu hüten; selten ist ein so herrlicher Verstand wie der Ihrige dabei
gegenwärtig.«
    »Die andre Oper Kajo Fabrizio ist viel besser. Auch das Gedicht hat schöne
leidenschaftliche Szenen und Arien für Musik; doch ist die ganze Verwickelung
platt und unwahrscheinlich. Nämlich Decius, der Geliebte und Bräutigam der
Giunia, Tochter des Fabrizius, soll, eben nach einem Sieg und Triumph, Rom an
den Feind verraten. Die Geschichte ist die mit dem Pyrrhus, den einer von
seinen Leuten vergiften wollte, welchen Fabrizius echt groß Römisch auslieferte;
wovon aber hier fast gar kein Gebrauch gemacht wird, außer dass gegen Ende
deswegen die Gafangenen frei gegeben werden.«
    »Ein Tarentiner, Sergalio, hat sich in die Giunia verliebt; er will den
Decius als Verräter hinrichten lassen, und endlich den Pyrrhus selbst
vergiften.«
    »Die interessante Person ist Giunia, Gefangne des Pyrrhus, zärtlich verliebt
in den Decius. Sie hat zwei Arien, die unter die reizenden von Jomelli gehören;
und die letzte im dritten Akt, wo sie für ihn bei ihrem Vater bittet, ist eins
seiner größten Meisterstücke.«
    »Er übernahm erst nur die Komposizion der Arien für die große Sängerin
Dorotea Wendeling, welche die Rolle der Giunia machte; und schrieb hernach
alles, die mittelmäßigen Arien im ersten Akt ausgenommen, welche Giuseppe Kolla,
der Mann der Bastardina, setzte. Die Oper gehört unter seine guten Werke; er
wollte bei den Mannheimer Künstlern Ehre einlegen.«
    »Der Marsch zu Anfange ist prächtig.«
    Sie gingen dabei auf den Musiksaal, spielten ihn, und probirten sogleich das
Folgende.
            Akt II. Sc. 4
