 in dieser Art großer Meister.«
    »Das lange Rezitativ mit Begleitung, und das Duett beim Schluße des ersten
Akts gehören unter Jomellis Vortreflichstes; besonders sind im Recitative die
stärksten Züge von Genie. Di Giove il cenno, l'ombra del genitor, la patria, il
ciel, la promessa, l'onor, la fama, alle sponde d'Italia oggi mi chiama11, ist
ein wahres Meisterstück musikalischer Fortschreitung und Beredtsamkeit.«
    »Und ein noch viel größeres: vil rifiuto dell'onde io l'accolgo dal lido12
-«
    »Diese Szene ist wieder gerade der Kern vom Ganzen, auch das Beste in der
Poesie, dem Virgil nachgeahmt, das Heisse der ersten Trennung und das Heftige.
Göttlicher Verstand herrscht durchaus; die Charaktere sind in der Musik
vortrefflich gehalten. Der Inhalt ist ungefähr derselbe, wie bei der Armida; doch
alles anders. Welch ein Reichtum! Dido ist nur nicht so jugendlich feurig,
reizend und buhlerisch; doch hat Metastasio sie von der Römischen Würde sehr
italiänisirt, und Jomelli bringt erst die wahre Darstellung hinein.«
    »Das Duett, welches im Metastasio selbst sich nicht befindet, fällt treflich
sogleich ein; es ist voll Leidenschaft und schöner Melodie, und auch als Kunst
betrachtet ein Meisterstück. Non ha raggione, ingrato, un core abbandonato da
chi giurogli fè; alles höchst sinnlich declamirt. Zu jener Zeit war Erfindung
darin, die hernach gemein geworden ist.«
                                  Zweiter Akt.
Szene 2. »Die Arie des Araspe, wieder nicht im Metastasio befindlich, D'atri
nubi è il ciel ravvolto, macht einen großen feierlichen Anfang, und hat viel
Schönes.«
    Szene 4. »Kome! ancor non partisti? Eine schöne Szene in der Poesie, in
gutem Ton geschrieben. Auch treflich in der Musik; und die Arie voll bittender
Zärtlichkeit. Der Sturm hat sich etwas gelegt; gute Gradazionen.«
    Szene 11. »Già vedi Enea, che fra nemici, die feinste weibliche Szene der
Dido hat auch Jomelli gut dargestellt; er lässt nichts aus, wo er die Schönheiten
seines Dichters verstärken kann. Das lange Rezitativ wird immer begleitet, und
schließt sich mit einem ganz vortrefflichen Terzett; welches das Ganze sehr
teatralisch macht. Diese Szene gehört gewiss unter die besten des Metastasio.
Das Terzett aber ist nicht von ihm; und Jomelli, auch Dichter, machte es
wahrscheinlich selbst hinzu.«
    »Aeneas fängt an, da er es nicht länger aushalten kann: Infedel, ti lascio,
addio, godi pur del nuovo amor. Die Gelegenheit zu einem Terzett und hohem Kampf
verschiedner Leidenschaften ist erwünscht, und recht lyrisch; so etwas ist ganz
eigentümlicher Stoff für die Musik. Die komische Oper hat
