 prächtigen Bravourarie des Licida; doch von so wenig Kern,
als der Charakter selbst hat.«
                                  Dritter Akt.
Szene 1. »Die Arie der Aristea ist eine Perle, solch ein schöner Gesang, und so
schöne Begleitung mit den synkopirten Accorden, und alles neu; mit dem
allgemeinen Text treflich für ein Konzert: Kara son tua cosi, che per virtu
d'amor risento anch'io i moti del tuo cor.«
    Szene 3. »Die Arie des Megakles ist meistens Kunst zur Verzierung mit dem
obligaten Horn und der obligaten Hoboe: Lo seguitai felice. Jomelli hat nachher
diese Art viel vortrefflicher ausgearbeitet.«
    »Die Arie der Argene: Fiamma ignota nell' alma mi scende, ist ein
Meisterstück von Schönheit und Leichtigkeit; eine rechte Arie für eine
Prinzessin, die wenig Stimme hat und glänzen will. Die Melodie ist immer in der
Mitte, und geht nur ein paarmal bis in das zweigestrichne Gis. Der Text, und der
Ton E dur ist feierlich, und die Begleitung, selbst Melodie, vom höchsten Reiz.«
    »Es ist in dieser Oper alles ausgearbeitet; auch die Arie des Aminta darauf:
Son qual per mare ignoto naufrago passaggiero, hat die Begleitung von einem
empörten Meere.«
    »Marsch und Chor sind, obgleich nicht außerordentlich, doch gut und
passend.«
    Szene 7. »Signor tu piangi; ein vortrefliches Rezitativ mit Begleitung.
Jomelli hat es hernach zu Neapel mit viel mehr Ausdruck wieder gebraucht. Die
Arie ist schön mit der Begleitung.«
    »Noch ist das Terzett schön mit dem Chor: I tuoi strali terror de' mortali;
so wie der Schluss.«
    Hildegard wollte den andern Morgen die ganze Oper für sich durchstudiren;
und beide sangen jetzt nur die zwei großen Szenen mit dem Duett: ne' giorni tuoi
felici; und der Arie: Se cerca, se dice, nachdem Hildegard ihren Bruder und
Feierabenden dazu gerufen hatte.
    Alsdann wurden dieselben Szenen von Pergolesi, und alles, was noch von ihm
da war, auf Verlangen der Mutter herbeigehohlt, und die ersteren damit
verglichen.
    Man kam darin überein, dass Pergolesi Ne' giorni tuoi felici für seine Zeiten
ganz vortrefflich ausgedrückt hätte; Jomelli ihn aber an Würde und ächtem
Ausdruck der zwei ersten Verse überträfe, so wie in den folgenden
    Ah! che parlando o dio! tu mi trafiggi il cor,
    Ah! che tacendo o dio! tu mi trafiggi il cor,
Pergolesi göttlich wäre, und Jomelli ihm nachstehen müsse.
    Man wiederhohlte die Melodie besonders, und die Melodie mit Begleitung noch
einmal von beiden recht mit Lauterkeit und Besonnenheit; und es entstand
folgendes Urteil:
    »Wenn man unparteiisch das Ganze betrachtet; so gleicht die Komposizion
