 Szenen des
Metastasio. Die Situazion ist einzig, und wirklich Griechisch reizend und schön.
Der Charakter der Aristea ist höchst edel zärtlich. Das Duett: Ne' giorni tuoi
felici, krönt das Ganze, welches mit dem feinsten Kunstgefühl bearbeitet ist.«
    »Jomelli hat das Duett als ein großer Meister bearbeitet; der Gesang, die
Melodie ist entzückend, und in der Harmonie viel Schönheit. Unruh und Begierde
bei der Aristea, das Wahre zu erfahren; Zurückhaltung der Leidenschaft und des
Wahren beim Megakles: machen dessen Charakter; und doch spricht süße heftige
Liebe. Ich glaube, dass Jomelli den Charakter besser getroffen hat, als z.B.
Paesiello, dessen Musik dazu unter den neueren man für die schönste hält.
Megakles musste seinen Vorsatz ausführen, und konnte bei doppeltem Kampf und Sieg
also nicht den weichlichen F mollton in der Seele haben, aus dem dieser ihn
singen lässt. Jomelli's und Pergolesi's A dur, welches in das erhabene E dur
übergeht, ist viel treffender.«
                                  Zweiter Akt.
Szene 7. »Die Begleitung der Arie des Klistene: So, ch' è fanciullo amore mit
den synkopirten Accorden von den Instrumenten, ist merkwürdig, und zeigt, dass
Jomelli, und nicht Majo, der Erfinder davon war.«
    »Licida machte eine armselige Figur in der Poesie. Welche Albernheiten:
Crede Megacle sposo, e se ne affanna? und in der achten Szene: L'amor mio, caro
amico, non soffre indugio. Man begreift am Ende gar nicht, warum er den König
auf der Straße anfällt.«
    Szene 9. »Sie hat Ähnlichkeit mit der, wo Armida verlassen wird.«
    »Aristea:
Senti, ah no - dove vai? -
Ah t'oppresse il dolor, cara mia speme -«
»Das ganze Rezitativ ist voll von ächtem Patos, und gehört unter das
Vortreflichste. Bei dem im ersten Akt war der Entschluss; und hier die Tat. Das
Ganze bildet sich stückweise auf diese Art in der Phantasie des Zuhörers. Die
neueren Pariser Opernschreiber haben mehr Verschmelzung ausgefunden.«
    »Bei Ah che farem di nuovo a quest' orrido passo, macht der enharmonische
Gang gute Wirkung. Der Ausgang ist voll Leidenschaft und vortrefflich.«
    »Die Arie darauf: Se cerca, se dice, ist ein Meisterstück von Ausdruck und
musikalischer Schönheit; sie gehört unter das Vortreflichste der Italiänischen
lyrischen Bühne.«
    Szene 11. »Aristea:
Tu me da me dividi,
Barbaro, tu m'uccidi,
ist ganz vortrefflich nach dem leidenschaftlichen Texte gearbeitet, so dass man
die Musik gar nicht merkt.«
    »Der zweite Akt schließt sich mit einem begleiteten leidenschaftlichen
Rezitativ, und der
