 Säulen.«
    »Mit der siebenten Szene fängt der Kern vom Ganzen an. Che fier destin, che
strano caso è il mio3. Das ganze Rezitativ ist ein Meisterstück edler tragischer
Declamazion; die verkleinerte Septime ist in der Begleitung höchst reizend
angebracht. Vortreflich die Lesung des Briefs; bange Erwartung mit den
Instrumenten ausgedrückt; und das Lesen selbst ohne alle Begleitung. Als sie das
Gift nun hat, wie göttlich der Ausruf: Oh caro dono! oh fido amico! ein rechter
Jubel der Errettung! mit wie wenig, und wie unübertreflich! es ist so recht die
Empfindung, die sich nicht mit Worten sagen lässt, durch die Begleitung
ausgedrückt, und man kann diese Zeile als ein Muster aufstellen.«
    »Die achte und neunte Szene von Jomelli hineingearbeitet sind schön, und
unterscheiden sich durch den netten Styl.«
    »Die zehnte Szene der Sophonisbe aber gehört unter das Allerhöchste von
Traetta, und ist ganz klassisch in der Italiänischen Musik.«
    »Sofonisba, che aspetti? Wie herrlich der Übergang aus dem C dur bei Ecco
al mio labbro già la tazza letal in A moll, worin nun die Begleitung zu dem
göttlichen Ma ohime! beginnt. La mano perché mi trema! Qual si spande intorno
fasco vapor! sotto l'incerte piante il suol perché vacilla! alles im
Zwölfachteltakt, Pulsschlag des Schauderns von einem Gefühl ins andre. Und nun
Besinnung und Entschluss in neuen Absätzen: dove son? che m'avenne? è questo
forse il natural ribrezzo al tremendo passaggio? und nun aus dem E moll ins C
dur, und durch den Accord der kleinen Septime auf der Dominante die ganz
göttliche Stelle: ah, non credei, che si terribil fosse l'aspetto della morte in
der ganzen Fülle mit dem Schauder durch alle Glieder; wohinein der Römische
Marsch hinter dem Theater mit Hoboen, Hörnern und Fagotten fällt.«
    »Und nach Stillschweigen, sie dazwischen: ma qual suono lieto insieme e
feroce? donde? s' osservi! aprite!
    Oh vista atroce! le navi, i prigioneri -
    Invano m'attendete, o superbi. Jo non verrò; la mia difesa è questa. -
Bevvasi!«
    »Nun noch einmal Besinnung; wie treflich die Begleitung! Oh Dio, ma dunque
ho da morir cosi! wie weiblich! und wieder der stärkre Adel: i ferri, le catene!
- Wie göttlich: mi lascian tutti, misera, in abbandono; e soll m'avanza, che
soccorso crudel! la mia costanza. Und sie trinkt gierig das Gift4.«
    »Diese Szene behauptet gewiss mit den ersten Rang unter allem Klassischen,
was je ist geliefert worden; und ich glaube nicht, dass die ganze
