 den Effekt, den
man hervorgebracht hatte, und ihre beständigste Bemühung, den Schauspieler
aufmerksam, tätig und genau zu erhalten, ihm etwas zugute oder zuliebe zu tun
und ohne Verschwendung der Gesellschaft manchen Genuss zu verschaffen. Sie hatten
sich beide das ausschliessliche Recht verschafft, bei Proben und Aufführungen auf
dem Theater zu erscheinen. Sie waren, was die Aufführung Hamlets betraf, mit
Wilhelmen nicht bei allen Stellen einig; hie und da gab er nach, meistens aber
behauptete er seine Meinung, und im ganzen diente diese Unterhaltung sehr zur
Bildung seines Geschmacks. Er ließ die beiden Freunde sehen, wie sehr er sie
schätzte, und sie dagegen weissagten nichts weniger von diesen vereinten
Bemühungen als eine neue Epoche fürs deutsche Theater.
    Die Gegenwart dieser beiden Männer war bei den Proben sehr nützlich.
Besonders überzeugten sie unsre Schauspieler, dass man bei der Probe Stellung und
Aktion, wie man sie bei der Aufführung zu zeigen gedenke, immerfort mit der Rede
verbinden und alles zusammen durch Gewohnheit mechanisch vereinigen müsse.
Besonders mit den Händen solle man ja bei der Probe einer Tragödie keine gemeine
Bewegungen vornehmen; ein tragischer Schauspieler, der in der Probe Tabak
schnupft, mache sie immer bange; denn höchst wahrscheinlich werde er an einer
solchen Stelle bei der Aufführung die Prise vermissen. Ja, sie hielten dafür,
dass niemand in Stiefeln probieren solle, wenn die Rolle in Schuhen zu spielen
sei. Nichts aber, versicherten sie, schmerze sie mehr, als wenn die Frauenzimmer
in den Proben ihre Hände in die Rockfalten versteckten.
    Außerdem ward durch das Zureden dieser Männer noch etwas Gutes bewirkt, dass
nämlich alle Mannspersonen exerzieren lernten. »Da so viele Militärrollen
vorkommen«, sagten sie, »sieht nichts betrübter aus, als Menschen, die nicht die
mindeste Dressur zeigen, in Hauptmanns- und Majorsuniform auf dem Theater
herumschwanken zu sehen.«
    Wilhelm und Laertes waren die ersten, die sich der Pädagogik eines
Unteroffiziers unterwarfen, und setzten dabei ihre Fechtübungen mit großer
Anstrengung fort.
    So viel Mühe gaben sich beide Männer mit der Ausbildung einer Gesellschaft,
die sich so glücklich zusammengefunden hatte. Sie sorgten für die künftige
Zufriedenheit des Publikums, indes sich dieses über ihre entschiedene
Liebhaberei gelegentlich aufhielt. Man wusste nicht, wieviel Ursache man hatte,
ihnen dankbar zu sein, besonders da sie nicht versäumten, den Schauspielern oft
den Hauptpunkt einzuschärfen, dass es nämlich ihre Pflicht sei, laut und
vernehmlich zu sprechen. Sie fanden hierbei mehr Widerstand und Unwillen, als
sie anfangs gedacht hatten. Die meisten wollten so gehört sein, wie sie
sprachen, und wenige bemühten sich, so zu sprechen, dass man sie hören könnte.
Einige schoben den Fehler aufs Gebäude, andere sagten, man könne doch nicht
schreien, wenn man
