 einzige Sterbliche; in der Tat hätten sie, wie
des Damhirschchen seine, zu Tabakstopfern getaugt.
    Wie viel besser nahm sich Oefel aus! Der ist ein Narr geradezu, aber in
gehörigem Masse. Die Residentin überholte jene in jeder Biegung des Arms, den ein
Maler, und in jeder Hebung des Fußes, den eine Göttin zu bewegen schien; sogar
im Auflegen des Rots, woran die Bouse ihre Wangen bei einer Fürstin angewöhnen
musste, welche von allen ihren Hofdamen diese flüchtige Fleischgebung zu fodern
pflegte - ihr Rot bestreifte, wie der Widerschein eines roten Sonnenschirms, sie
nur mit einer leisen Mitteltinte .... In Rücksicht der Schönheit unterschied
sich die ihrige von der ministeriellen, wie die Tugend von der Heuchelei ....
    Das Drama wurde von den fünf Spielern nicht im Operhause, sondern in einem
Saale des Schlosses, der die Krönung der Residentin begünstigte, in die Welt
geboren. Ich war nicht dabei; aber man hinterbrachte mir alles. Die gute Marie,
Beata, hatte zu viele Empfindung, um sie zu zeigen; sie fühlte, dass sie die
Wiederholung ihres Schicksals dramatisiere, und sie besaß zu viele von den guten
Grundzügen des weiblichen Charakters, um sie vor so vielen Augen zu entblössen.
Ihre beste Rolle spielte sie also innerlich. Henri, Gustav, spielte außer der
innerlichen auch die äußerliche gut, aus der nämlichen Ursache. Nebst der Musik
isolierte und hob ihn gerade die Menge, die ihn umsass, aus der Menge; und das
Feierliche gab seinen innern Wellen die Stärke und Höhe, um die äußern zu
überwältigen. Der Brief, den er überreichen wollte, verwirrte seine Rolle mit
seiner Geschichte, die ich schreibe; und das falsche Lob, das die Ministerin
seiner neulichen Proberolle aus eben der unüberzeugten Affektation gegeben
hatte, woraus sie die ihrige überspannte, half ihm wahres ernten. - Der blödeste
Mensch ist, wenn viel Phantasie unter seinen Taten glimmt, der herzhafteste,
wenn sie emporlodert. -
    Es wäre lächerlich, wenn mein Lob von der Wärme seines Spiels bis zur
Feinheit desselben ginge; aber die Zuschauer vergaben ihm gern, weil die Armut
an letzter3 sich mit dem Reichtum an erster verband, um sie in die Täuschung zu
ziehen, er sei von - Lande und bloß Henri. -
    Dieses Feuer gehörte dazu, um seiner geliebten Marie Beata an der Stelle, wo
er ihr die Brüderschaft aufkündigt, den wahren Liebebrief zu geben - sie faltete
ihn zufolge ihrer Rolle auf - unendlich schön hatt' er die sein ganzes Leben
umschlingende Worte gesagt: »O doch, ich bin ja dein Bruder nicht« - sie blickte
auf seinen Namen darin - sie erriet es schon halb aus der Art der Übergabe (denn
sicher mankierte noch kein
