 uneigennütziger als ganze
Kollegien, da ferner jährlich neue wie die Prokonsule gewählet werden - wunder'
ich mich nicht, dass es mit dem Regimentwesen an den Toiletten gut bestellt ist,
und dass das ganze weibliche gemeine Wesen, das Männer nicht beherrschen können,
von den in Bassgeigenfutteralen geschickten Wahlregentinnen, die in dieser
Aristokratie von Petersburg bis nach Lissabon stehen und lenken, vortrefflich in
Ordnung und unter Gesetzen erhalten wird. - -
    Ich bin der Mann nicht, dem man es erst zu sagen braucht, dass die Puppen,
auch die hölzernen, überkleidete Statuen sind, die man verdienten Frauen (in
Rücksicht des Anzugs) setzt; - vielmehr bin ich überzeugt, dass diese
öffentlichen Denkmäler, die man dem ankleidenden Verdienste errichtet, schon
recht viele zur Nacheiferung angefrischet haben und hoffentlich noch mehre
anfrischen werden, da ein großer Mann selten so viel Gutes wirkt als seine
Statue, die man verehrt; aber ein Hauptpunkt, ohne den sonst alles hinkt, ist
offenbar der, dass die Statuen zu - sehen sein müssen. Ohne den geb' ich keinen
Deut für alles. Was Sokrates an der Philosophie tat, möcht' ich an den besten
Puppen tun und sie vom Himmel der Großen auf die Erde des Pöbels ziehen. Ich
meine, dass, wenn man die Marienbilder oder auch selber Apostel und Heilige, die
man in katholischen Kirchen bisher ohne den geringsten Nutzen und Geschmack aus-
und anzog, vernünftiger und zweckmässiger ankleidete, nämlich so wie die
französischen Puppen - wenn die Kirche sich allemal jedes Monat des Modejournals
kommen ließe und nach dessen farbigen Vorbildern die Marien (als Damen) und die
Apostel (als Herrn) umkleidete und um die Altäre stellte: so würden diese Leute
mit mehr Lust nachgeahmet und verehret werden, und man wüsste doch, weswegen man
in die Kirche ginge und was sie gerade in Paris oder Versailles anhaben; - man
würde die Moden zu rechter Zeit erfahren, und selbst der Pöbel würde etwas
Vernünftigeres umlegen, die Apostel würden die Flügelmänner des Anzugs und die
Marie die wahre Himmel-Königin der Weiber werden. So müssen kirchliche
Vorurteile zu Staats-Vorteilen genützet werden; ebenso wendete der
Dominikaner-Mönch Rocco in Neapel (nach Münter) die Verschwendung, am Altar der
Maria auf der Straße Lampen zu brennen, zur Vermehrung dieser Gassen-Altäre und
zur - Straßen-Erleuchtung an.
                         Ende des Worts über die Puppen
Ich bin dem Leser noch die Ursache schuldig, aus der die Ministerin sich zur
Jeannen-Rolle drängte - es war, weil ihre Rolle ihr einen kürzern Rock erlaubte,
- oder mit andern Worten, weil sie alsdann ihre lilliputischen Grazien-Füße
leichter spielen lassen konnte. An ihrer Schönheit waren sie das einzige
Unsterbliche, wie am Achilles das
