 endlich zu ihrer
Abstellung Anstalten getroffen werden!
    ICH: Was hat dir denn das arme Deutschland getan, dass du das Original zu
diesem abscheulichen Gemälde grade daher entlehnst?
    SOBAN: Närrischer Kerl! ich schreibe ja ein Journal von meiner Reise durch
Deutschland und nicht durch Spanien oder Marokko. Bist du doch wie die mehrsten
Menschen, die es übelnehmen, wenn man die Wahrheit sagt, und, wenn sie die
Tatsachen nicht leugnen können, mit der elenden Ausflucht gegen uns zu Felde
ziehen, dass es andrerorten nicht besser hergeht.
    Ich sah wohl, dass Soban nicht zu bekehren war und dass man Ritter, Doktor und
Rat sein und dennoch übereilt und unbillig von den Sitten, die in Ländern und
Städten herrschen, urteilen kann.
    Da ich immer fortfuhr, zu dem zweiten Transporte der Gelehrten und Künstler,
welche ich nach Abyssinien schicken sollte, Subjekte aufzusuchen und anzuwerben,
so hatte ich auch in Regensburg einen Mann bewogen, diese weite Reise zu machen,
der mir als ein großer Chymiker gerühmt wurde. Er trieb hauptsächlich den
pharmazeutischen Teil der Scheidekunst und bewies mir durch Zeugnisse und
Dokumente, dass er mit gewissen Wundertropfen alle Krankheiten zu heilen imstande
wäre. Sosehr auch der Vorfall, den mein Vater mit dem Grafen St. Germain erlebt
hatte und dessen sich die Leser noch aus dem ersten Teile dieses Buchs erinnern
werden, mich hätte von meinem Glauben an Universalarzeneien ablenken können, so
gestehe ich doch, dass ich nicht imstande war, der einleuchtenden und
überzeugenden Beredsamkeit dieses Mannes zu widerstehen. Ich hielt es vielmehr
für ein großes Glück, ihn mit nach Abyssinien spedieren zu können, wo es doch
wirklich noch in dem Fache der höheren geheimen Naturwissenschaften sehr dunkel
aussah. Wir nahmen diesen Mann mit uns, da wir grade noch einen Platz in der
dritten Kutsche übrig hatten; allein der arme Schelm war so schwächlich, dass wir
ihn in München zurücklassen mussten, wo er auch vier Wochen nachher starb.
 
                               Siebentes Kapitel
 Ein neuer Transport von Gelehrten wird nach Abyssinien geschickt. Unerwartete
                       Nachrichten nötigen zur Rückreise
Bis jetzt waren wir alle, die wir aus Abyssinien gereist waren, immer gesund
und munter gewesen, den Kronprinzen ausgenommen, der sich, wie ich oben erzählt
habe, durch seine Ausschweifungen allerlei Übel zuzog; dennoch aber führten wir
zwei Ärzte in unseren Gefolge, nicht sowohl um uns ihrer Hilfe unterwegens zu
bedienen, als vielmehr weil ich den Auftrag hatte, ein paar tüchtige Männer in
diesem Fache nach Abyssinien zu schicken, und ich doch diesmal gern die
Subjekte, die ich nach Afrika überschiffen ließ, erst genauer kennenlernen
wollte. Ich weiß wohl, dass man einem gewissen großen Manne vorwirft, er habe,
bei einem ähnlichen Auftrage, nicht so gewissenhaft in Rücksicht auf ein fremdes
Reich gehandelt
