 Torheit herrschend ist, schreibt
man über Pädagogik. Auf allen Fall werden Sie indessen am besten tun, wenn Sie
von jedem Sortimente einige Zentner mitschicken. Als Ballast können Sie die
größte Anzahl Artikel brauchen, die bei den Gebrüdern Korn in Breslau
herauskommen. Wo am mehrsten von den Schiffsmäusen zu besorgen ist, dahin legen
Sie die Erziehungsschriften und die Anekdoten- und Märchensammlungen. Wenn auch
einige Alphabete davon weggefressen werden, so schadet das nichts, weil das
mehrste von dem, was darin steht, doch schon oft anderwärts gedruckt ist. Die
Musenalmanache und dergleichen müssen Sie vor der Nässe bewahren, sonst
verderben die Bilder, und die sind das Beste darin. Die Romanen, die ein
gewisser geistlicher Herr herausgibt, bedürfen weniger Sorgfalt; sie sind
ziemlich weitschweifig geschrieben, so dass ohne Nachteil aus jedem zwanzig Bogen
ausfallen können, und zudem wiederholt er sich ja in jedem seiner neuen
Produkte; folglich kann nicht leicht etwas von dem, was er je gesagt hat,
verlorengehen. Die theologischen Schriften würde ich sorgfältig von andern
verständigen Werken absondern; es gibt sonst Streit. Die juristischen können Sie
statt der Matratzen in die Hängematten legen; es schläft sich gut darauf. In die
Journale mögen Sie die übrigen Waren einwickeln. Wollen Sie Übersetzungen
mitschicken, so müssen Sie zwei Schiffe ausrüsten. Die wenigen guten
Geschichtsbücher, die wir seit kurzer Zeit gewonnen haben, einige
philosophische, matematische und kameralistische Aufsätze und die Schriften
unsrer geschicktesten Ärzte und Naturkündiger will ich Ihnen aufzeichnen; diese
bitte ich in Ehren zu halten; sie haben alle in der Kajüte Platz. Meines lieben
Bürgers Gesänge und drei unsrer andern neueren Dichter will ich Ihnen, nebst
Wielands Meisterstücken, in Franzband einbinden lassen, damit Ihre Leute
unterwegens darin lesen und darüber die Beschwerlichkeiten der Reise vergessen
mögen.«
    Ich dankte dem ehrlichen Buchhändler für diesen Unterricht und folgte
pünktlich seinem Rate. Was aber die Gelehrten und Künstler betraf, die ich in
Leipzig in Sold nehmen wollte, so war ich doch in einiger Verlegenheit über die
Wahl, welche ich unter der Menge derer, die sich gemeldet hatten, treffen
möchte. In meiner Instruktion stand, dass ich durchaus zwei Philosophen vom
Handwerke liefern sollte; dies schien mir aber leichter zu befehlen als
auszuführen. »Wer wahrhaftig den Namen eines Philosophen verdient«, sagte ich,
als ich mit Manim, dem geheimen Sekretär, darüber sprach, »der wird da, wo er
lebt, zufrieden sein und sich nicht durch den Wink eines Fürsten verleiten
lassen, nach Abyssinien zu wandern. Indes nennt sich heutzutage jeder Mensch,
der ein bisschen querfeldein räsoniert, einen Philosophen; aber mit solchen
sogenannten Philosophen würde ich wenig Ehre einlegen.« Zwei Männer hatten sich
bei mir unter diesem Titel gemeldet; der
