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einmal nicht zerstört werden kann, aber er will, dass man das notwendige Übel
(wenn es denn wirklich notwendig ist) nicht höher schätze als das ursprüngliche
Gute; dass man nicht hochmütig mit seinen Ketten prahle und nicht diejenigen
höhne, die so glücklich sind, dieses traurigen Schmucks nicht zu bedürfen.«
    Ich merkte wohl, dass, außer Soban (so hieß der Hofnarr) und mir, nur wenige
von unsrer Gesellschaft Sinn für solche Wahrheiten hatten und dass die
Hofschranzen mächtig die Nase rümpften; aber ich hielt es für Pflicht, so zu
reden, und werde es immer für Pflicht halten. Man bekehrt die Despoten und ihre
Kinder nicht, aber man erweckt doch ernsthafte Gedanken in ihnen, dass sie sich
vielleicht scheuen, noch weiter zu greifen, indem sie ahnden, es könne einmal
dem ganzen Volke einfallen, ihre Rechte und Pflichten ein wenig näher zu
beleuchten. Erlangt man das, so hat man doch wahrhaftig schon viel gewonnen; es
wird dann wenigstens nicht ärger, als es jetzt ist; und am Ende muss man doch
auch dafür sorgen, dass gewisse natürliche Begriffe unter dem Haufen von
konventionellen nicht gänzlich verlorengehen.
    Ich habe oben gesagt, dass wenige von unserer Gesellschaft Sinn für kühne,
unverstellte Wahrheit hatten. Ich muss doch aber hiervon den geheimen Sekretär
des Kronprinzen ausnehmen, der Manim hieß, ein sehr verständiger Mann und
richtiger Beobachter war. Er fing in Hamburg ein Tagebuch an, in welchem er
alles aufzeichnen wollte, was ihm in Deutschland im Guten und Bösen merkwürdig
vorkommen würde, und ich werde zuweilen etwas daraus anführen.
    Dem Plane gemäß, den ich zu unsrer Reise entworfen hatte, wollten wir von
Hamburg über Braunschweig und Berlin durch einen Teil von Sachsen nach Frankfurt
am Main, dann in den Rheingegenden umher, hierauf nach Bayern und Österreich
reisen und zuletzt zurück bis Kassel, wo der Kronprinz in Kriegsdienste treten,
und zwar, nach Peter des Großen Beispiele, von unten auf dienen sollte. Da ich
indessen Vollmacht hatte, diesen Plan nach Gutdünken zu verändern, so beschloss
ich, die Reise zu teilen, gleich von Berlin aus nach Kassel zu gehen und dort
den Prinzen in Tätigkeit zu bringen. Ich hatte oft gehört, welche klägliche
Rolle zuweilen die Fürstensöhne spielen, wenn sie unmittelbar aus der
väterlichen Residenz in die große Welt kommen und sich an fremden Höfen zeigen,
welche lächerliche Prätensionen sie dann mit sich herumtragen und wie wenig
Nutzen sie von ihren Reisen ziehen. Da ich doch gern einige Ehre mit meinem
Prinzen einlegen wollte, so hielt ich es für besser, dass er erst im Dienste ein
bisschen geschmeidig gemacht, mit verschiedenen menschlichen Verhältnissen bekannt
und an militärische Subordination gewöhnt würde. Wenn die Leser sich zu erinnern
belieben, welche Schilderung
