, noch seinen heimlichen Groll gegen den Kaiser auszulassen,
den er ungeachtet seines gnädigen Verfahrens gegen ihn, den Urheber seines
Unglücks nannte.
    Perchta litt am meisten bei seinen fürchterlichen Launen, sie nannte er die
Urheberinn seines Unglücks, sie war die einige, die er nach Wunsch quälen, und
alles Gift das in seinem Herzen war, über sie ausströmen konnte. Geduld einer
Heiligen gehörte dazu, seine Grausamkeit zu ertragen. Ihr einiger Trost war das
Gebet, und die Gesellschaft einer gewissen Römhild, die sie im Kloster kennen
gelernt, und sie mit sich genommen hatte, weil es ihr unmöglich dünkte, sich von
dieser ihr so nahe verwandten Seele zu trennen.
    Römhild, ein Fräulein aus einem unbegüterten aber vornehmen Geschlecht, war
an Tugend, Schönheit und Unschuld das vollkommene Ebenbild von Reutlingens
Gemahlin; sie war ihr ungern in die Welt gefolgt, weil nur das Kloster Reize für
sie hatte, die Freundschaft für Perchten machte ihr indessen dieses Opfer
leicht, und sie bemühte sich, um ihr Gelübde auf keine Art zu brechen, selbst
auf Franzens Schloss ein klösterliches Leben zu führen. Reutlingen selbst bekam
sie nur selten zu sehen, auch machte ihr Anblick keinen andern Eindruck auf ihn,
als den, den jetzt jedes menschliche Wesen auf sein verwahrlostes Herz zu machen
pflegte. Römhild war schön und gut, sie war Perchtens Freundin; Grund genug für
Franzen sie zu hassen, und auf ihr Verderben zu sinnen. Der Trieb Böses zu tun,
wozu es ihm doch in den meisten Fällen an Vermögen fehlte, war jetzt so heftig
in ihm geworden, dass er darauf dachte, ihn zu befriedigen, es möchte geschehen,
auf was Art es wolle.
    In jenen finsteren Zeiten des Aberglaubens gab es genug Leute, die sich für
Zauberer ausgaben, oder vielmehr, um mich nicht zu sehr von dem Ton meiner
Geschichte zu entfernen, die es wirklich waren. Reutlingen zog insgeheim die
berühmtesten seiner Gegend an sich, um von ihnen die schreckliche Kunst zu
lernen, bei wenigen Kräften viel Böses zu tun. Er erwartete große Dinge von
seinen abscheulichen Lehrmeistern; er hofte durch ihre Hilfe sich an dem Kaiser
und an der ganzen Welt, von welcher er sich verkannt und vernachlässigt glaubte,
zu rächen, aber alles was ihm diese armseligen Bösewichter gewähren konnten, war
Unterricht in einigen verborgenen Künsten von der geringsten Art, die ihn zu
einem Unglücksstifter in einer weit kleineren Sphäre machten, als er sich
wünschte.
    Perchta kam hinter das gottlose Vorhaben ihres Mannes, sie hoffte es zu
hintertreiben, oder wenigstens seine Folgen zu schwächen. Sie wusste, dass eine
gewisse Nacht zu Franzens feierlicher Aufnahme in die Geheimnisse der schwarzen
Kunst bestimmt war. Sie erfuhr, dass der Ort, wo das schreckliche Fest gefeiert
