 in Schulden, betrügen den Bürger,
verführen seine Söhne und Töchter, fahren in allen Bierschenken herum, nähren im
gemeinen Volk Aberglauben und Vorurteil, verleiten es zu Abenteuern,
Schazgräbereien, Taschenspielereien, und dergleichen; durch ihre Ausschweifungen
pflanzen sie also auf alle Schauspieler den schmuzzigen Begriff fort, den man
ehedessen von den öffentlichen Possenreissern und Marktschreiern hatte. - Zur
Schande der Schauspielkunst verderben sie das leichtgläubige Herz des Bürgers,
und würden ihrem Landesherrn unter der Muskete gewiss bessere Dienste leisten.
    Sobald der Monarch überzeugt ist, dass eine gesittete Bühne zur Aufklärung
beiträgt, so wird er auch bei großen und kleinen Bühnen jeden Schein auszurotten
suchen, der diesem moralischen Endzwek widerspricht. - - Bei der übersezten
Menge von kleinen fliegenden Gesellschaften sollte notwendiger Weise Musterung
gehalten werden, damit es dem fähigern Schauspieler nicht an Versorgung fehlte,
die diese Herumstreicher ihm mit einer geringeren Besoldung hier oder da vor dem
Munde wegschnappen. Zu viele Gesellschaften in einem Lande richten einander
selbst zu Grunde, weil das Publikum sie nicht alle zu nähren vermag. - Nur in
den ansehnlichsten Städten jeder Provinz sollte eine gute
Schauspielergesellschaft geduldet werden, auf deren sittliche Aufführung die
Obrigkeit ein wachsames Auge haben sollte - und den übrigen kleinen
herumziehenden Gesellschaften sollte bei Strafe das Land verboten werden. Die
Direktoren sollten verbunden sein, miteinander alle Jahre ihren Ort zu
verwechseln, damit jede Provinzstadt um ihr Geld Abwechslungen zu sehen bekäme.
-
    In der Hauptstadt Wien sollte von Professoren oder sonst unparteiischen
Teaterkennern eine Art Prüfungsschule errichtet werden, wo jeder brodsuchende
Schauspieler seine Probe ablegen müsste; - wo man die Fähigkeiten und Lebensart
der Schauspieler einige Zeit prüfte, und sie dann mit einem guten Zeugnisse einem
Provinz-Theater zuschikken könnte, dessen Direktor verbunden sein müsste sie
anzunehmen, und nach dem Masstab ihrer Talenten zu besolden. - Viele hundert
Halunken beiderlei Geschlechts würden diese Prüfung scheuen, und weniger ihre
Zuflucht zum Theater nehmen. - Ein würdiger Schauspieler hätte dann nicht mehr
Ursache aus Unterdrükkung und Kabale am Bettelstab herumzuirren; das Publikum
würde besser bedient; die Sitten dieser Leute würden nach und nach reiner; der
gute Endzwek der Schaubühne erfüllt, und die Herren Direktoren vor so vielen
Bankrotten gesichert, die ihnen meistens durch die Kabale dieses herum
schwärmenden Volks zugezogen werden. - Nur müssten die Aufseher der
Prüfungsschule nicht aus Schauspielern bestehen, sonst liefe sicher
Parteilichkeit mit unter; denn der größte Schauspieler trägt immer heimlichen
Neid im Busen, und kann in einer solchen Sache nie als Richter dienen.
Überhaupt sollten alle Schauspieler strenger als andere Bürger in ihrem
Lebenswandel gehalten werden, um das Vorurteil auszurotten; der Moral, die sie
predigen, Ehre zu machen, um durch ihr so öffentliches Lasterleben unter dem
Volk nicht so viel unverantwortliches Aergernis zu erregen. -
    Was hältst Du von
