 machte.
    Für dieses Probstück gab mir Isabella, die Geliebte meines Vaters, einen
goldnen mit Steinen besetzten Degen; und mir schwoll die Hand von Grimm, wie ich
ihn am Griffe fasste: »Tapfrer,« sprach sie leise zu mir mit blitzenden Augen und
Honiglippen, »ziehe stolz damit wieder in Florenz ein, und trag ihn mir zum
Angedenken.«
    Den dritten Morgen, nachdem Bianca sich gebadet hatte, war Wettlauf in
sandiger Bahn, und abends Ringen, wovon Mazzuolo und ich ausschieden, um weder
aus Höflichkeit uns überwinden zu lassen, noch den andern vielleicht auch diese
Preise wegzunehmen und so die allgemeine Freude zu stören. Und damit es uns kein
stolzes Ansehen gab, schieden noch mehrere davon aus. Zu Elis hätten wir dieses
nicht nötig gehabt; aber man merkte noch außerdem, dass wir uns nicht in
Griechenland befanden: der Olivenkranz wäre mir lieber gewesen als Ross und
Degen; sie blieben immer eine kindische, tyrannische und sklavische Belohnung.
    Mir überlief die Galle, wie ich abends zu Pisa einritt und sehen musste, dass
man mehr das Pferd und den Degen als mich betrachtete; und wahrlich nicht etwa
deswegen, weil ich auf meine Person eitel wäre, sondern dass die Nation seit
weniger als hundert Jahren so den großen Sinn verlor, wodurch sie sich in den
Zeiten der Freiheit auszeichnete.
    Mit einem Wort: eine Weiberanstalt. Bianca wollte dem Herzog eine Kurzweil
machen und zugleich den jungen Adel von Florenz sich verbinden; an einen andern
Zweck wurde wenig dabei gedacht; denn wenn man im Ernste daran gedacht hätte, so
wär alles unterblieben.
    So sieht man oft bei einer Ausführung ohne Gedanken, dass Fürstin und Fürst
etwas Gutes in einem Buche mag gelesen haben.
                                                                     Ardinghello
                                                                   Pisa, Junius.
Ich werde die Güter meines Vaters wiedererhalten, Bianca hat es mir versprochen,
mit welcher ich oft im Gespräch bin; und dies ist mir sichrer, als ob es mir der
Herzog selbst versprochen hätte. Sie ist wirklich ein reizendes Weib, voll
Schlauheit und Verstellung, weiß das Leben zu genießen und führt bei ihrem Honig
einen scharfen Stachel. Sie macht Venedig, der hohen Schule der Weiber,
gewisslich vor einer großen Anzahl Ehre; und es ergötzt sie, dass ich dies so gut
kenne. Das gefällige Wesen, das sie dabei hat, wie alle vorzügliche Personen
ihres Geschlechts, wärmt und erheitert mich sehr angenehm. Sie weiß sich wie die
meisten ein wenig viel mit ihrem Spiegel; und dies muss man benutzen.
    Auch der Herzog will mir wohl, vermutlich durch sie. Ich habe schon
verschiednemal mit ihm Schach spielen müssen, worin er sich einbildet, ein
großer Meister zu sein. Ich verlor mit Fleiß das erste Spiel und gab ihm
Gelegenheit zu feinen
