 dazwischen, die
jetzt noch unten vor der Halle stehen. Er schenkte seine Bäder und Gärten dem
Volke mit Einkünften zur Unterhaltung.
    Der sogenannte Tempel der Minerva Medica, eine der pittoreskesten Ruinen bei
der Porta maggiore, war eben ein solcher Anfang von Bädern: und noch ebenso
jetzt, die Kirche des heiligen Bernhard von den Bädern Diokletians. Sie kommen
in der Hauptform mit der Rotunda völlig überein. Bei der überschwenglichen
Pracht durften die Götter nicht vergessen werden, und man errichtete ihnen
gleichsam diese Wachtäuser voran als Beschützern. Das Panteon war dem
rächerischen Jupiter, der Ceres und allen Göttern gewidmet.
    Ihre breiten Gewölbe in weiten Bogen leuchten gleich beim Eintritt
Erhabenheit in die Seele, die die unermessliche Peterskirche dagegen mit ihrem
schmalen und engen des mittleren Schiffs nie erregen wird, der eher einen Sarg
als einen Bogen vom freien schönen gestirnten Himmel Gottes nachahmt; weswegen
die Leute sich verwundern, dass sie nicht erstaunen.
    Die Römer liebkosten den Sinn des Gefühls mit Baden wie wir ungefähr unsre
Nasen mit Düften und unsre Zungen mit Brühen und Weinen. Sie fingen vom Heissen
an und gingen alsdenn alle Grade der Wärme durch, teils im Wasser, teils in
lauer Luft, bis zum Kalten: Wollust, die alle verschiedene Wärme der Existenz
nachahmt, vom heißesten Herzensgetümmel der hohen Leidenschaften bis zur
frischen Besonnenheit; alle Grade des physischen Gefühls, ohne das Seelenleben,
das Geistige, welches sie sich doch in gewisser Rücksicht auch vorphantasieren
konnten, indem ihre weiblichen Schönheiten sich unter den Kaisern, wenigstens
zuverlässig vom Domitian an, öffentlich nackend mit den Männern badeten. Sie
ahndeten etwas vom Paradiese und dem Stande der Unschuld, ohne die Bücher Mosis
gelesen zu haben. Und überdies hatten sie gleich daneben ihre Fechterspiele und
Ringplätze.
    Die Termen in Italien entstanden aus den Gymnasien der Griechen; nur waren
bei diesen die Leibesübungen das Vornehmste und bei den Römern das Baden.
Danach mussten sich die Architekten in der Anlage der Gebäude richten.
    Die Bäder waren eigentlich der Hauptgenuss, den die stolzen Enkel des Romulus
und seiner Räuberbande von den Siegen ihrer Vorfahren über die Welt hatten, und
die Gebäude dazu das Höchste der Architektur, was wir mit den ägyptischen
Labyrinten und einigen Tempeln der Griechen in der Geschichte der Menschheit
kennen. Es war da alles, was das Leben freut und angenehm macht, beisammen. Wir
können uns, ungeachtet der ungeheueren Ruinen, wenig davon vorstellen, weil uns
diese Gattung Genuss ganz entrückt ist. Wenn wir ein halbes Säkulum alter Römer
und Römerinnen der ersten Jahrhunderte erwecken könnten, so würden sie sich aus
Ekel, Langeweile und Verzweiflung über das heutige Elend binnen wenig Tagen
aufhenken.
    Das Dachgewölbe der Rotunda, mit starkem Blei gedeckt, ist, wie schon
gesagt, äußerst flach gehalten; man steigt
