, wie mannigfaltig seine Geschäfte wären und dass er doch wenigstens nichts dabei versäumen möchte. Eigentlich war es auch nicht höchstnotwendig, dass Anselm die Lustreisen nach Aachen mitmachte; denn um ihr den Arm zu geben, war ihr gewöhnlicher Begleiter Freund Platter genug, welcher nun ein völliger Hausfreund geworden war. Frau Angelika hatte ihm nämlich ein Absteigequartier in Anselms Hause bereiten lassen, welches er auch, wenn er mit ihr zurückkam, fleißig benutzte.
Bisher haben wir an unserm dicken Manne immer viel jovialischen Mut und noch nicht die geringste eigensinnige Laune bemerkt. Wir wissen also selbst nicht, wie es zuging, dass er sich einer so notwendigen Anordnung seiner guten Frau einigermaßen widersetzte. Sie musste doch auf ihren öfteren Gesundheitsreisen nach Aachen jemand zum Begleiter haben; und dazu schickte sich niemand besser als Platter, weil derselbe ihr und ihrem Manne nun schon lange bekannt war und während der Kurzeit ohnedies täglich in Aachen gegenwärtig sein musste, indem er Anteil an einer von den dortigen Pharobanken hatte. Da sie nun beide nicht selten erst nach Mitternacht, sie vom Balle und er Vom Spieltische, nach Hause kamen, so war nichts natürlicher und zugleich bequemer, als ihm ein Absteigequartier im Hause zu geben, damit zugleich Frau Angelika umso leichter den folgenden Tag wieder einen Begleiter nach Aachen und auch wohl in den Frühstunden eine Gesellschaft fände.
Indes hatte der gute Anselm wohl einige Gründe anzuführen, warum er mit dieser sonst so bequemen Einrichtung nicht ganz zufrieden war. Es würden seine Gründe bei der so sanften, so zärtlichen und besonders, wie wir oben gesehen haben, zu allem moralisch Guten so geneigten Frau Angelika auch gewiss Eingang gefunden haben, wenn nicht unglücklicherweise, sobald er anfing, diese Gründe auseinanderzusetzen, sie immer sogleich ihre Nervenschwäche angetreten hätte. Anselm war ein zu guter Arzneikundiger, um nicht die Natur solcher Krankheit bald einzusehen, welche nicht irritiert sein will; daher er sich bald entschließen musste, seine sonst guten Gründe lieber bei sich zu behalten. Seine Frau erkannte auch den ganzen Wert dieser medizinischen Vorsicht und belohnte ihn, wenn er schwieg, mit so manchem freundlichen Blicke, dass sich sein Geist wenigstens manche Viertelstunde aufheiterte und dadurch das gesunde und runde Ansehen seines Körpers äußerlich keinen Abgang litt.
Zu leugnen ist indes nicht, dass sein lange vorher überdachter Plan des größten Lebensgenusses im häuslichen Glücke, dessen Ausführung er sich vor wenigen Monaten als schon gelungen vorgestellt hatte, jetzt noch nicht ganz in Erfüllung zu gehen schien. Er fasste sich aber in Geduld wie ein Philosoph und tröstete sich mit der Hoffnung, alles werde in seinem Hauswesen anders und besser werden, wenn dasselbe nur erst mit einem jungen gesunden Erben vermehrt sein und wenn die mütterliche Zärtlichkeit dadurch neue Nahrung erhalten würde. Obgleich dieser Zeitpunkt leicht
