 sich ja eine Zeitlang glücklich: so ward er es durch andere, welche für ihn sorgten und selbst seinetwegen Entäusserungen ausübten, die er hingegen nie ausüben zu müssen glaubte.
Dass aber jeder Jüngling, der während seiner jugendlichen Jahre seine besten Kräfte im Taumel der Leidenschaften und des Leichtsinnes verschwendet, immer einen Philipp oder eine Sophie finden werde, durch die er aus den Verlegenheiten gezogen würde, in die ihn seine Unbesonnenheit gestürzt hat: ist eben nicht mit völliger Gewissheit zu erwarten. Gewiss ists hingegen, dass jedermann, der sich die Ursachen gefallen lässt, sich auch die Wirkungen muss gefallen lassen. Es ist daher ein leichtsinniger Jüngling oder ein untätiger Mann nicht berechtigt, sich über die natürlichen Folgen seines Leichtsinnes und seiner Untätigkeit zu beklagen. Das einzige Mittel, diese bitteren Folgen zu vermeiden, wird sein, Leichtsinn und Untätigkeit so früh als möglich ganz abzuschaffen. Nachschrift
Dies Buch weihet der Verfasser dem Andenken seines redlichen stets unveränderlichen Freundes
Herrn Johann Joachim Christoph Bode, der durch die meisterhafte Übersetzung der »Empfindsamen Reisen«, des »Tristram Shandy«, des »Humphrei Klinker« und anderer Bücher einen ehrenvollen Rang unter den deutschen Schriftstellern sich erwarb. Er gab dem Verfasser die erste Veranlassung zu diesem Buche, als er sich mit demselben unvermutet auf einer Reise traf und mit ihm einige Meilen zusammenblieb. Unter angenehmem Reisegeschwätze gab er dem Verfasser eine freundschaftliche Aufmunterung, im Tone eines Verweises, dass er nicht darauf denke, einen Roman zu schreiben. Der Verfasser antwortete im Scherze: wenn er ihn zu sehr treibe, werde er einen schreiben unter dem Titel: Geschichte eines dicken Mannes; denn Bode war so groß und stark am Körper als groß und fein am Geiste. Bode trug eine scherzhafte Wette an, der Verfasser könne und werde unter diesem Titel kein Buch schreiben. Es ward gewettet. Nachdem beide Freunde sich von einander getrennt hatten und der Verfasser allein im Wagen saß, überlegte er, die Ausführung einer scherzhaften Wette könne vielleicht zu einer moralischen Absicht gewendet werden, und in wenigen Stunden war der Hauptplan dieses Werkes entworfen und aufgeschrieben. Die gute Absicht der Schriftsteller, durch Moral zu nützen, ist immer mit der zufälligen Unbequemlichkeit verknüpft, dass sie in der Ausführung gar leicht Langeweile erweckt. Sollten die Leser sie bei diesem Buche hin und wieder verspürt haben, so ist es die Schuld des Verfassers. Hat ihnen dasselbe aber Unterhaltung oder Nutzen gewährt, so haben sie es dem verewigten Freunde des Verfassers zu danken, weil der Verfasser sich bestrebte, dem zu gefallen, der das Werk veranlasst hatte.
Bode war ebenso sehr ein Freund der Wahrheit und des Guten als ein Mann von bewährtem Geschmacke; er hätte also der beste Richter über den Wert eines Buches dieser Art sein können
