 die
Geschichte von Johann Bull und eine Menge andrer Werke dieser Art, woran
besonders das sechzehnte und siebenzehnte Jahrhundert fruchtbar gewesen ist,
waren ihrer Natur und Absicht nach allegorisch, und konnten also ohne Schlüssel
nicht verstanden werden, wiewohl einige derselben, z.B. Spencers Feenkönigin,
und die allegorischen Satyren des D. Swift, so beschaffen sind, dass eine jede
verständige und der Sachen kundige Person den Schlüssel dazu ohne fremde
Beihilfe in ihrem eignen Kopfe finden kann.
    Diese kurze Deduction wird mehr als hinlänglich sein, um denen, die noch nie
daran gedacht haben, begreiflich zu machen, wie es zugegangen sei, dass sich
unvermerkt eine Art von gemeinem Vorurteil und wahrscheinlicher Meinung in den
meisten Köpfen festgesetzt hat, als ob ein jedes Buch, das einem satyrischen
Roman ähnlich sieht, mit einem versteckten Sinn begabt sei, und also einen
Schlüssel nötig habe. Daher hat auch der Herausgeber der gegenwärtigen
Geschichte, wie er gewahr wurde, dass die meisten unter der großen Menge von
Lesern, welche sein Werk zu finden die Ehre gehabt hat, sich fest überzeugt
hielten, dass noch etwas mehr dahinter stecken müsse, als was die Worte beim
ersten Anblick zu besagen scheinen, und also einen Schlüssel zu der
Abderitengeschichte, als ein unentbehrliches Bedürfnis zu vollkommener
Verständnis eines so interessanten Buches zu erhalten wünschten, sich dieses ihm
häufig zu Ohren kommende Verlangen seiner werten Leser keineswegs befremden
lassen; sondern er hat es im Gegenteil für eine Aufmerksamkeit die er ihnen
schuldig ist gehalten, bei gegenwärtiger neuer und vollständiger
Originalausgabe, demselben, so viel an ihm ist, ein Genüge zu tun, und ihnen,
als einen Schlüssel oder statt des verlangten Schlüssels (welches im Grunde auf
eins hinausläuft) alles mitzuteilen, was zu gründlicher Verständnis und
nützlichem Gebrauch dieses zum Vergnügen aller Klugen, und zur Lehre und
Züchtigung aller N**n geschriebenen Werkes, dienlich sein kann.
    Zu diesem Ende findet er nötig, ihnen vor allen Dingen die Geschichte der
Entstehung desselben, unverfälscht und mit den eigen Worten des Verfassers,
eines zwar wenig bekannten, aber seit dem Jahr 1753 sehr stark gelesenen
Schriftstellers, mitzuteilen.
    »Es war (so lautet sein Bericht) - es war ein schöner Herbstabend im Jahr
177*; ich befand mich allein in dem oberen Stockwerk meiner Wohnung und sah -
denn ich schäme mich nicht zu bekennen, wenn mir etwas menschliches begegnet -
vor langer Weile zum Fenster hinaus; denn schon seit vielen Wochen hatte mich
mein Genius gänzlich verlassen. Ich konnte weder denken noch lesen. Alles Feuer
meines Geistes schien erloschen, alle meine Laune, gleich einem flüchtigen
Salze, verduftet. Ich war dumm, aber ach! ohne an den Seligkeiten der Dummheit
Teil zu haben, ohne einen einzigen Gran von dieser stolzen Zufriedenheit mit
