 durch
eine ihm eigene Gegenwart des Geistes zu so gelegener Zeit über seine Gegner
erhalten hatte, allen möglichen Vorteil zu ziehen. Er hatte unter den Haufen
gemeinen Volks, der ihn bis in den Vorhof des erzpriesterlichen Palasts
begleitete, Brot und Wein austeilen lassen, bevor er sie mit einer ernstlichen
Vermahnung, ruhig zu sein, wieder nach Hause gehen ließ; wo sie nun vom Lobe
seiner Person, seiner Leutseligkeit und Freigebigkeit gegen ihre Nachbarn und
Bekannten überflossen. Aber, wiewohl er den Geist der Republiken zu gut kannte,
um die Gunst des Pöbels für nichts zu achten, so wusste er doch wohl, dass er
damit noch nicht viel gewonnen hatte. Das Notwendigste war, sich der Zuneigung
des größten Teils der Vierhundert gänzlich zu versichern; teils weil jetzt auf
diese alles ankam, teils weil man, wenn sie einmal gewonnen waren, mehr Staat
auf sie machen konnte, als auf das übrige Volk. Er hatte zwar bereits einen
ansehnlichen Anhang unter ihnen; aber außer einer Anzahl erklärter und eifriger
Schatten, mit denen er sich nicht einlassen mochte, befanden sich noch sehr
viele - und sie bestanden meistens aus den Vermöglichsten und Angesehensten von
der Bürgerschaft - die sich entweder noch gar nicht erklärt hatten, oder nur
darum gegen die Partei der Schatten hinneigten, weil ihnen die Häupter der
Gegenpartei als herrschsüchtige, gewalttätige Leute beschrieben worden waren,
die diese ganze lächerliche Onoskiamachie bloß darum angezettelt hätten, um die
Stadt in Verwirrung zu setzen, und die Unruhen, wovon sie selbst die Urheber
wären, zum Vorwand und zu Werkzeugen ihrer ehrgeizigen Absichten zu gebrauchen.
    Diese Leute auf seine Seite zu bringen, schien ihm nun eben so leicht, als
es für den Triumph seiner Partei entscheidend war. Er ließ sie alle noch an
selbigem Abend zu Gaste bitten. Die meisten erschienen; und der Erzpriester, der
eine besondere Gabe hatte, seiner Politik einen Firnis von Offenheit und
aufrichtigem Wesen anzustreichen, machte ihnen kein Geheimnis daraus, dass er sie
zu sich gebeten habe, um mit Hilfe so braver und verständiger Männer die
Vorurteile zu zerstreuen, die, wie er hörte, der Bürgerschaft wider ihn
beigebracht worden. »Dass man, sagte er, in dem Handel zwischen einem Eseltreiber
und einem Zahnarzt, und in einem Handel, wo es bloß um den Schatten eines Esels
zu tun sei, einen Mann seines Standes zum Haupt einer Partei machen wolle, komme
ihm allzu lächerlich vor, als dass er sich jemals einfallen lassen werde, eine so
alberne Beschuldigung von sich abzulehnen. Indessen sei der arme Antrax ein
Schutzverwandter des Jasontempels, und er habe ihm also nicht versagen können,
sich seiner, so weit als es die Gerechtigkeit erfodre, anzunehmen. Ohne die
bekannte auffahrende Hitze des Zunftmeisters Pfrieme,
