 meinem Oheim jedes
Vergnügen stört, ja sogar der junge Itten, und meine Leute niedergeschlagen
werden, wenn ich weniger heiter bin als gewöhnlich, und jemehr diese
Teilnehmung und mein Einfluss auf sie alle mich freut, um somehr halte ich mich
verbunden, ihnen alle ihre Stunden angenehm, und den Dienst leicht zu machen.
Denn wie möchte ich jemand eine freundliche Miene versagen, wenn ich weiß, dass
diese Miene einen guten Menschen einen Augenblick seines Lebens verschönert. Ich
hoffe, meine beste edelste Freundin tadelt mich nicht wegen diesem Teil meiner
Zubereitung, denn es ist mir nun recht wohl, da ich diese Briefe, meine
Rechnungen und Verzeichnis alles Hausgerätes, in Ordnung da liegen habe, und
mir auf allen Fall nichts zu tun übrig ist. Nun sollen Sie das hören, was seit
diesen drei langen Wochen mit van Guden und den übrigen vorgieng; zuerst aber
die Nachricht, welche Sie von dem Besuch in der Vorstadt verlangen.
    Ich und andre wären gerne mit dabei gewesen, aber van Guden wollte es nicht,
sie glaubte, es würde eine Art Prunk für sie, und etwas niederdrückendes für die
guten Leute sein, wenn so viel stattliche Herren und Frauen mit ihr durch die
Straße zögen, und sie nahm ganz allein unsern Latten mit sich, der auch ihr Haus
bewohnt, worin er eine kleine Leinenfabrik aufrichtet, und welchen sie bei
dieser Gelegenheit den Leuten bekannt machen wollte. Er holte sie in der Frühe
ab, und sie ging in dem nämlichen braunen Kleib, das sie ehemals trug, zu ihren
alten Freunden, von denen sie mit Liebe und Verehrung aufgenommen wurde. Latten
bewunderte ihr höchst feines Gefühl, mit welchen sie mit den Leuten sprach und
umgieng, als ob sie nur eine teilnehmende Freundin und nicht ihre Wohltäterin
gewesen wäre. Sie gab dem erhaltenen Guten ihren Beifall, als ob es die Anstalt
derer gewesen, die es genossen, oder derjenigen, die es besorgten. Sie
antwortete auf Bitten, auf Dank oder Vorstellung mit der Bescheidenheit einer
Person, die selbst nur Fürbitterin bei einer andern ist. Manches war nicht mehr
in dem schönen heilsamen Stande, worein sie es gesetzt hatte, und in vielen
Häusern sah man kaum die Spuren der von ihr eingerichteten Ordnung und
Reinlichkeit, aber sie ahndete nichts, bestrafte nichts, besonders da sie
bemerkte, wie ihre Blicke auf das Handwerksgeräte und Hauswesen umher die Augen
der Frau oder des Mannes zur Erde schlugen, oder auch Entschuldigungen suchen
machten. Eine Beobachtung gab ihr vieles Vergnügen, nämlich dass in den Häusern,
worin die Knaben und Mädgen waren, welche der Schulmeister und seine Frau ihr
gelobt hatten, die Ordnung am besten erhalten schien, das tröstete sie über
alles Missfällige bei den andern. Weil, sagte sie
