 Ort, und in sein gehöriges Licht zu stellen:
so kann mein Hauswesen und meine Person das Ansehen von Wohlstand haben, das man
bei uns suchen wird, ohne dass ich so vieles Geld darauf verwende. Mit den
einfachen Farben meiner Kleidung soll alles Übrige einstimmen. Ein neuer
Ehemann, und die Besuche sind ohnehin nur bei den ersten Erscheinungen auf das
Glänzende erpicht; und dieses sollen sie in meinem wohlgewählten Hausrat und
Putze, noch mehr aber in meiner Heiterkeit, Gefälligkeit, Anstand und Würde
finden. Reinlichkeit in meinem ganzen Hause, Nettigkeit und Sorgfalt im Anzug
und Bezeigen meiner Person, soll die Zufriedenheit meines Mannes unterhalten;
und dieser Ton von Mäßigkeit, ununterbrochen fortgesetzt, wird wir Ehre und
Nutzen bringen. Über all dieses aber will ich eine ordentliche Rechnung führen;
und wenn mein Kleberg durch die Zeit an diesen Ton gewöhnt, und überwiesen sein
wird, dass ihm und seiner Rosalia durch den Mangel der Pracht nicht das Geringste
von der Hochachtung der Vernünftigen verloren gegangen ist: so bleibe ich dabei
meinen Vorzug in dem Ruhme der Rechtschaffenheit meines Manns und meiner
Bescheidenheit zu suchen. Ich nähme auch wohl die, uns so oft vorgeworfene,
weibliche Eitelkeit zu Hilfe. Die gute Bildung meiner Person; edle, angenehme
Gebärden, geschickte und nützliche Arbeiten, Höflichkeit, Güte, Verstand und
Munterkeit meiner Gespräche: alles dies müsste in meinen Plan des Ersatzes meiner
großmütigen Abgabe des größeren Erbstückes. In wenigen Jahren wäre es gewonnen,
und noch dabei den schwachdenkenden Personen meines Geschlechts der Schmerz des
neidischen Gefühls über Kostbarkeiten erspart, die sie sich nicht verschaffen
konnten. Und, Rosalia, unter uns gesagt, der Zweck des Lobes und Gefallens, den
wir alle haben, würde doch, und zwar bei den besten Männern erreicht, die diesen
vereinigten Eigenschaften gewiss Beifall und Verehrung schenken werden. - Dann
fände sich einmal eine Stunde, in der ich Klebergen die Rechnung über die
verschenkten und ersparten Summen vorlegen könnte; wo gewiss ein edelmütiger
Mann mit meinem Geben und Halten vergnügt sein würde. -
    Ich habe in meinen jüngeren Jahren eine Frau gekannt, die auch sehr
wohltätig, aber mit einem Manne verbunden war, der etwas Härte in seinem
Charakter hatte, seiner Frau aber bei ihrem Putz alle Freigebigkeit erzeigte.
Sie nahm von ihrem, zur Kleidung und Anzuge bestimmten Gelde, schaffte sich neue
Sachen, aber minder kostbar, so dass sie an ihrer Pracht so viel ersparte, dass
sie eine Familie unterstützte, ohne die Ausgaben ihres Hauses zu vermehren. -
Möchten wir nur im Privatstande, besonders in Familien, wo das Vermögen allein
in der Besoldung des Mannes besteht, die Idee des Unterschieds und Hervortuns
vor andern Ständen, auf die Seite der übenden Tugend, angenehmer Kenntnisse,
schöner Handarbeiten,
