 woran er mich Teil nehmen ließ. Dieses
Kollegium versäumt' ich nie. Ich fand einen Offizier, einen königlichen Rat,
seinen Kollegen, einen Prediger und einen Professor; allein alle waren große
Lehrer in ihrer Art für mich. - Da war er zuweilen ausgelassen. - Er warf Münzen
aus, und ich muss aufrichtig bekennen, dass, wenn ich je in meinem Leben mit Leib
und Seele zugleich gegessen und getrunken, so war es hier; ich wundere mich noch
jetzt, dass es mir so gut bekam. Wenn er es nicht länger aussetzen konnte, gab er
eine große Mahlzeit. Da tat er wenig mehr als vorlegen, und hiezu braucht' er
auch alsdann den Offizier, den königlichen Rat, den Prediger, den Professor und
mich.
    Ich habe schon bemerkt, dass ich das votum decisivum bei der Landsmannschaft
hatte, und so lang' ich den Präsidentenstuhl bekleidete, ist kein Stein von
einer curischen Hand gehoben, um ehrlichen Leuten die Fenster zu verwüsten. -
Mit der Zeit wär' ich weiter, bis zum Kopf meiner Landsleute gekommen. - Fürs
erste hatt' ich Ursache, mir Glück zu wünschen, dass ich über ihre Hände
disponiren konnte.
    Wenn ein Landsmann kam oder ging, ward ein Mahl gegeben, wozu ich zwar meine
Stimme, allein nicht meinen Magen gab.
    Herr v. E. war, unter vielen andern, König eines solchen Mahls. Er war von
seiner Mutter, die Wittwe geworden, aus Frankreich nach Kurland gerufen. Seine
Geschäfte indessen hatten ihn noch ein halbes Jahr in und um Königsberg
zurückgehalten, ohne dass wir uns zusammen getroffen. Kein Wunder! Er ging nicht
in die Hörsäle und ging nicht auf die Jagd. Seine Geschäfte waren - wie man sich
leicht vorstellen wird - Liebesangelegenheiten. Freilich hatten die
Königsbergischen Schönen Ursache, einem Manne Komplimente zu machen, der von
Paris kam und sie nicht verschmähte. - Endlich schlug seine Stunde. - Ich war,
ohne selbst zu wissen wie's zuging, bei diesem Mahl, und lernt' einen Menschen
ohne Kopf und Herz kennen, der auf den preußischen Adel loszog, weil ihm niemand
(die Sache ohne Allegorie vorzutragen), obgleich er angeklopft, aufgetan. -
Wahrlich, dies brachte mir eine sehr gute Meinung vom preußischen Adel bei, die
ich auch nie aufzugeben Ursache gefunden. Ich brachte die Nacht, da Herr v. E.
mit Extrapost abging, wider Gewohnheit schlaflos zu, und selten hab' ich einen
Menschen gefunden, in dem jeder Zug mir so entgegenarbeitete. - Dem Herrn v. G.
war er auch unausstehlich. Er sollt' ihn bis Schacken begleiten, allein er
konnte nicht. Herr v. E. kroch und war stolz
