 dass der Pastor in - - einen Amtmann über
die schlechte Zeit zur Ruhe gesprochen und ihn auf den Himmel gewiesen hätte.
Der Amtmann aber in seiner Einfalt hätt' ihm zur Antwort gegeben: »Herr Pastor,
wie man hört, soll es auch da nicht mehr sein, wie zuvor.«
    Herr v. W. war gewohnt, alles, was er sprach, abzurunden, und dieses vermisst
er zuweilen am Hermann, der, eh' man es sich versah, aus der Rolle kam.
Wahrlich, er spielte zu viel Rollen. - Ob nun gleich Hermann alles tat, was er
dem Herrn v. W. an den Augen ansehen konnte, und immer Kolophonium (Geigenharz)
in der Hand hielt, um den Bogen des Herrn v. W. zu stärken, so war dem Herrn v.
W., der aus Höflichkeit erkenntlich zu sein wohl verstand, jedoch dieser Gedanke
völlig unpassend und ungeschliffen. Er schüttelte sein Haupt und verwies dem
Herrn Hermann diese Geschichte, wiewohl aus Erkenntlichkeit - bloß mit einem
Winke, der sagen sollte: »Alles zu seiner Zeit.« Herr v. G. aber sprang auf. Der
Funke, fing er an, war nicht wert, dass Sie so oft danach schlugen. Ich habe
diese Geschichte, welche nach Ihrer Aussage dem Pastor in - begegnet sein soll,
schon in meiner Jugend gehört. Der Herr v. W. nahm sich des Herrn Hermanns nicht
an, weil Herr Hermann sich nicht in die Zeit geschickt hatte, und Herr v. G.
behauptete, um den Witz desto geschwinder los zu werden, dass man sich nicht
besser des Todes erinnern könne, als wenn man schlafen ginge. Heil dem, sagt'
er, der so stirbt, als ein Bauer einschläft, der gedroschen hat. Nach
ausgestandener schwerer Arbeit in der Welt lässt sich's selig und ruhig sterben.
In der letzten Stunde des Lebens sieht man schon den Unterschied zwischen
reicher Mann und armer Lazarus.
    Man wünschte sich eine gute Nacht. Hermann beurlaubte sich. Herr v. W. ließ
es bei dem Wunsch einer guten Nacht nicht bewenden, sondern wünschte noch
ergiebiger, dass die ewige Vorsicht sowohl den Herrn v. G. als die gnädige Frau
vor allen Trauerfällen bewahren und sie die höchsten Stufen des menschlichen
Lebens hinaufführen möchte. - Herr Hermann nahm Gelegenheit, dem Herrn v. W.
wegen des Ablebens seines Hochwohlgeboren Herrn Großvaters zu condoliren. Ich
bückte mich bloß, und da er dieses gleichmäßig für eine Kondolenz ansah, wandt'
er sich zu jedem von uns beiden, zu mir zuerst, und wünschte jedem was
besonders, jedem aber eine lange Reihe glücklicher Jahre.
    Der Herr v. G.
