 Gesellschaft ihren Namen mit dem geringsten Zeichen
von Achtung ausgesprochen hätte; und alles dies zu eben der Zeit, da noch eine
Menge von Leuten den Staub für heilig ansahen, in welchen ein Ya-faou seine Füße
gesetzt hatte; da das gemeine Volk sich mit sklavischer Folgsamkeit in allen
seinen Geschäften von ihnen regieren ließ, und viele nichts Angelegneres hatten,
als dafür zu sorgen, dass alles, was von ihrem Vermögen nicht schon bei ihren
Lebzeiten von diesen würdigen Leuten aufgegessen worden war, ihnen wenigstens
nach ihrem Tode nicht entgehen möchte.
    Ich kann nicht umhin« (fährt Danischmend fort) »noch einer Gattung von
privilegierten Müssiggängern zu erwähnen, deren Institut, so seltsam es auch beim
ersten Anblicke scheint, aus einem gewissen Gesichtspunkt betrachtet, etwas
Gemeinnütziges hatte, wodurch es sich über die übrigen Gattungen der Ya-faou
erhob. Man nannte sie scherzweise die Fruchtbringenden; allein sie selbst legten
sich, wegen der Unabhänglichkeit, von welcher sie Profession machten, den
stolzen Namen Kamfalu, Könige der Meinungen , bei. Ungeachtet ein altes
Vorurteil ihnen einen Teil der Vorrechte und des Ansehens der Ya-faou beilegte,
so scheinen sie doch mehr eine Sekte von Freigeistern als wirkliche Bonzen
gewesen zu sein, und in ihren Grundsätzen sowohl als in ihrer Lebensart vieles
mit den Cynikern der alten Griechen, mit den Anhängern des Lao-Kiun in Sina, und
mit unsern Kalendern gemein gehabt zu haben. Sie lebten zwar auch auf Unkosten
des Volkes wie die Ya-faou; aber sie bezahlten gleichsam dafür mit einer Menge
kleiner Talente, wodurch sie sich angenehm und beinahe unentbehrlich zu machen
wussten. Sie belustigten die Großen mit ihrem Witze, und sich selbst mit der
Leichtgläubigkeit des Volkes. Die Freiheit, die ihnen ihr Orden gab über alles
zu spotten, und ein unerschöpflicher Vorrat von mutwilligen Erzählungen und
Anekdoten verschafte ihnen Zutritt in der schönen Welt; und so groß ist die
Macht eines eingewurzelten Vorurteils, dass der Morgenbesuch eines Kamfalu bei
einer schönen Frau als eine Sache die nichts zu bedeuten habe angesehen wurde.
Aber die Kamfalu kannten den Wert ihrer Vorrechte zu gut, um sich allein auf die
vornehme Welt einzuschränken: und wenn sie sich bei der Dame beliebt machten,
indem sie ihrem Schosshunde liebkoseten und über ihre Nebenbuhlerin lästerten; so
schmeichelten sie sich der jungen Bäurin durch ein sympatetisches Mittel, sich
der Treue ihres Mannes zu versichern, ein, oder indem sie ihr aus der Hand
weissagten, dass sie fünf- oder sechsmal Witwe zu werden Hoffnung habe. Sie waren
im Besitz von einer Menge bewährter Hausmittel gegen alle Zufälle, welche
Menschen und Vieh zustossen können; sie schlichteten die kleinen Streitigkeiten
zwischen Eheleuten, Verwandten und Nachbarn; und es gab wenig Heiraten unter dem
Volke, die nicht ein
